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Für Ökolandwirtschaft - "Wir haben es satt": Bauern setzen Zeichen

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Sie "haben es satt": Tausende Bauern und Umweltaktivisten setzen bei der Grünen Woche mit einem Protestmarsch ein Zeichen gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft.

Zum Auftakt der „Grünen Woche“ wollen Bauern lautstark in der Hauptstadt demonstrieren. Ein Grund: Vor allem im Osten kaufen immer mehr Großinvestoren Land auf, verdrängen die alteingesessenen Landwirte.

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Zu der Großdemonstration unter dem Motto "Wir haben es satt!" hatte ein Bündnis aus rund 100 Umwelt-, Verbraucher-, Landwirtschafts- und Entwicklungsorganisationen aufgerufen. Zu dem jährlichen Protestmarsch kamen auch zahlreiche Bauern mit rund 100 Traktoren in die Bundeshauptstadt. Anlass war der Beginn der "Grünen Woche", eine der weltweit größten Leistungsschauen der Agrarbranche.

Noch immer in der Kritik: Glyphosat

Bauern und Verbraucher demonstrieren am 20. Januar 2018 in Berlin
Quelle: reuters

Im Mittelpunkt der inzwischen achten "Wir haben es satt!"-Demonstration stand die Kritik am Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft. Das Unkrautvernichtungsmittel habe verhängnisvolle Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt, erklärten Umwelt- und Verbraucherverbände. Zudem forderten die Demonstranten eine regionale und nachhaltige Ernährungspolitik sowie eine artgerechte Tierhaltung.

"Es gibt gute Gründe, die Dinge zu verändern: Artensterben, Grundwasserverschmutzung und Billigexporte nach Afrika", sagte Anton Hofreiter, der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, zum Start der Demonstration. Es sei wichtig, dass die Agraropposition aus Biobauern und Landwirten zeige, dass sie sich nicht spalten lasse.

Verbände fordern Reformen

Nötig sei eine grundlegende Reform der europäischen Agrarpolitik, betonte Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft: "Diejenigen, die umwelt- und klimaschonenden Ackerbau betreiben und Tiere artgerecht halten, müssen durch Direktzahlungen unterstützt werden, nicht wer am meisten Flächen besitzt."

Der Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, warnte vor Gülle und Pestiziden, die Böden und Gewässer belasten. "Bäuerliche Betriebe ringen ums Überleben und das Insektensterben zeigt, welche dramatischen Auswirkungen die industrielle Agrarproduktion auf die Artenvielfalt hat." Die nächste Bundesregierung müsse Lösungen für die massiven Probleme der Landwirtschaft präsentieren.

Fürs Insektensterben sensibilisieren

In den Fokus wollen die Bauern in diesem Jahr demnach das Thema Insektensterben rücken. Den Angaben zufolge haben sich Landwirte aus der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft in ganz Deutschland dazu verpflichtet, 2018 deutlich mehr sogenannte Blühstreifen an den Feldern einzurichten, um unter anderem Bienen eine bessere Nahrungsgrundlage zu bieten. "Damit wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen, dass den Landwirten der Schutz der Natur besonders am Herzen liegt", sagte Marcus Holtkötter, Landwirt aus Nordrhein-Westfalen und einer der Mitinitiatoren im Vorfeld. Auch Verbraucher etwa in Großstädten könnten einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten, indem sie Blühfelder auf Balkonen oder Gärten anpflanzen, hieß es.

Am Rande der traditionellen "Wir haben es satt!"-Demonstrationen veranstalteten Landwirte in ganz Deutschland einen Aktionstag, um sich gegen Pauschalkritik an der Agrarwirtschaft wehren. Unter dem Titel "Wir machen Euch satt!" riefen sie Verbraucher dazu auf, mit den Bauern in Dialog zu treten.

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