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Grünen-Chefin - Baerbock für Organspende-Reform

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Der Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn zur Widerspruchslösung bei der Organspende wird kontrovers diskutiert. Grünen-Chefin Baerbock unterstützt ihn.

Grünen-Chefin Baerbock befürwortet Neuregelung für Organspende.
Grünen-Chefin Baerbock befürwortet Neuregelung für Organspende. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat sich für den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgesprochen, dass Bürger künftig Organspender sind, wenn sie oder Angehörige nicht widersprechen.

Viele Menschen seien bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden, es scheitere aber in der Praxis, etwa am Organspendeausweis, sagte Baerbock in Berlin. "Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist es sehr sinnvoll, darüber zu diskutieren beziehungsweise es weiter in die Wege zu leiten."

Zustimmung auch in der SPD

Bisher gilt hierzulande das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt sind. Die Zahl der Spender erreichte laut Deutscher Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr einen Tiefpunkt von 797. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies in Berlin darauf, eine Erhöhung der Zahl der Organspenden sei als Ziel im Koalitionsvertrag festgehalten.

Unterstützung für Spahn kam auch aus der SPD. "Ich bin ein klarer Befürworter der Widerspruchslösung", sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach der Rheinischen Post". Die aktuell niedrige Zahl von Organspendern sei eine "medizinische Tragödie". Auch Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) erklärte, die bisherige Einwilligungslösung habe sich "nicht bewährt". In Spanien, wo eine Widerspruchslösung gelte, würden "wesentlich mehr dringend benötigte Organe gespendet und transplantiert als in Deutschland", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Dagegen warf der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, Spahn vor, er setze "die Axt an den Grundrechten an". Werde eine Widerspruchsregelung eingeführt, könne von Organspende keine Rede mehr sein, "denn Spenden sind immer freiwillig", erklärte Brysch. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) reagierte kritisch. "Man kann die Organspende nicht einfach zur rechtlichen und moralischen Pflicht erklären", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus erklärte, eine Widerspruchsregelung missachte das "Selbstbestimmungsrecht" der Bürger. Die freie Entscheidung, Organe zu spenden, werde ins Gegenteil verkehrt.

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