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Nouripour fordert "beherzte Hilfe" für Athen

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Seehofers Flüchtlingsmission - Nouripour fordert "beherzte Hilfe" für Athen

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Nach seinem Blitzbesuch in Ankara reist Innenminister Seehofer nach Athen. Dort platzen die Flüchtlingslager aus allen Nähten. Grünen-Politiker Nouripour fordert "beherzte Hilfe".

Innenminister Seehofer ist auf Flüchtlingsmission in Ankara und Athen: Die Türkei brauche Hilfe, sagt Grünen-Außenpolitiker Nouripour. Auch für Athen sei Unterstützung nötig.

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Wogen glätten, Flüchtlingspakt retten - so lässt sich Horst Seehofers Flüchtlingsmission in der Türkei zusammenfassen. Bei seinem kurzen Besuch in Ankara von Donnerstagabend bis Freitagmittag hat der deutsche Innenminister der Türkei weitere Unterstützung zugesagt. Zudem werde die türkische Regierung eine Liste zusammenstellen mit Punkten, bei denen Deutschland helfen könne, sagte Seehofer nach seinen Gesprächen in Ankara.

Grünen-Außenpolitiker: Athen unterstützen

Jetzt reist der deutsche Innenminister nach Athen, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen. Auf den griechischen Inseln treffen seit einiger Zeit deutlich mehr Flüchtlinge aus der Türkei ein. Die Flüchtlingslager auf vielen griechischen Inseln sind überfüllt, die Zustände teils katastrophal. Deswegen hofft auch die griechische Regierung auf deutschen Beistand.

Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour forderte schnelle und "beherzte Hilfe" für Griechenland, um die Asylverfahren zu beschleunigen und die Flüchtlinge schneller von den Inseln zu holen. Die Griechen hätten im Zuge der Sparauflagen wegen der Finanzkrise viel Personal abgebaut, und dieses Personal fehle jetzt, sagte er im ZDF. Es wäre schon eine "Riesenhilfe", wenn die Deutschen jetzt beispielsweise Beamte entsenden würden.

"Türkei überfordert"

Für die rasant steigenden Flüchtlingszahlen in Griechenland gebe es vor allem zwei Gründe: Einer sei die Ankündigung der Türkei, dass zwei Millionen Syrer in "irgendwelche Pufferzonen in Syrien verfrachtet werden sollen". Dies schüre Angst, deswegen machten sich viele Flüchtlinge von der Türkei nach Europa auf. Der zweite Grund sei, dass viele Afghanen den Iran verließen, weil sich dort die Wirtschaftslage durch die US-Sanktionen ramatisch verschlechtert habe.

Wenn man an diese Wurzeln nicht rangehe, sei alles andere nur Symptombekämpfung, sagt Nouripour. Wenn die Türkei ihre Syrien-Politik ändere, also Machthaber Assad nicht weiter unterstütze, wäre das schon mal ein Beitrag dazu.

"Es ist offenkundig, dass die Türkei Hilfe braucht – das Land hat unglaublich viele Menschen aufgenommen, und die Bevölkerung hat das mit einer großen Gastfreundschaft auf getan", so Nouripour. Aber das Land sei überfordert, die Türkei brauche Hilfe, aber die Türkei unter Druck zu setzen und Hilfe an Bedingungen zu knüpfen, sei nicht der richtige Weg. "Es wäre besser, mit gutem Beispiel voranzugehen und mehr Menschen aufzunehmen. Das wäre auch für das bilaterale Verhältnis gut."

Im Auffanglager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist die Lage weiter angespannt. Täglich kommen neue Flüchtlingsboote an - die Trinkwasserversorgung wird immer schwieriger.

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