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Grünen-Politikerin Schulz-Asche - "Impfen ein Akt gesellschaftlicher Solidarität"

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Die Masernfälle häufen sich. Die SPD fordert nun eine Impfpflicht - die Grünen sind skeptisch. "Wir brauchen einen besseren öffentlichen Gesundheitsdienst", so Schulz-Asche im ZDF.

"Impfen ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch ein Akt der gesellschaftlichen Solidarität", sagt Kordula Schulz-Asche von B'90/Grüne, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit im Bundestag.

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Eigentlich sollten die Masern hierzulande bis 2020 ausgerottet werden. Doch die Erkrankungen an Masern häufen sich. Wegen der steigenden Zahl der Masernfälle wird nun in der Großen Koalition über eine Impfpflicht nachgedacht. Doch die Grünen im Bundestag gehen auf Distanz zu Forderungen aus der SPD, die Impfung von Kindern gegen Masern zur Pflicht machen.

Aufklärung statt Impf-Pflicht

"Wir haben Regeln, wie geimpft werden soll", sagte Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche im ZDF-Morgenmagazin. "Wir haben eine Erstimpfung, die wird von über 96 Prozent der Kinder wahrgenommen. Und wir haben eine zweite Impfung bei Masern, die sehr wichtig ist, weil nur dadurch der vollständige Schutz gegeben ist. Und bei dieser Impfung sieht man deutliches Nachlassen der Beteiligung." Sie betonte die Wichtigkeit der Impfung: "Impfen ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch ein Akt der gesellschaftlichen Solidarität."

Dennoch sei sie skeptisch gegenüber einer Impfpflicht für Kinder. "Wir haben öffentliche Gesundheitsdienste, die die Aufgabe haben, sich um die Infektionskrankheiten insgesamt zu kümmern und natürlich auch um das Impfen." Statt auf Zwang zu setzen, müsse man mehr auf Aufklärung und Erinnern der Eltern an den zweiten Impftermin setzen, so Schulz-Asche. "Wir brauchen einen besseren öffentlichen Gesundheitsdienst."

Gesundheitsministerium besorgt

Der SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte zuvor den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland gesagt, er sei über eine Impfpflicht mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch und "zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können". Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, man sei besorgt über die steigende Zahl der Maserninfektionen in Deutschland, die zu viele Menschen "auf die leichte Schulter" nähmen. "Eine Debatte über mögliche Maßnahmen ist nur zu begrüßen", sagte er.

Warum sind Masern so gefährlich und wie kann man sich dagegen schützen? Bereits vor dem typischen Hautausschlag ist der Mensch ansteckend. Ein Kranker kann also zig andere anstecken und eine Epidemie auslösen.

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Angesichts einer Häufung von Krankheitsfällen in mehreren Regionen hatte auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kürzlich eine Impfpflicht gefordert. Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich. Infolge einer Masernerkrankung könne es teils erst Jahre später zu einer Gehirnentzündung kommen, für die es keine Behandlung gebe und an der betroffene Patienten ums Leben kämen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Impfgegner zu den zehn größten Bedrohungen für die Weltgesundheit. Masern zum Beispiel hätten auch wegen der Impfgegner weltweit um zuletzt 30 Prozent zugenommen. In Deutschland gab es 2017 rund 1.000 Masernfälle. Ein Mensch starb, rund 40 Prozent der Erkrankten mussten stationär behandelt werden.

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