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Polizei vermutet vier Täter bei Juwelenraub

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Grünes Gewölbe - Polizei vermutet vier Täter bei Juwelenraub

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Nur langsam dringt Licht ins Dunkel um den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden. Die Arbeit am Tatort ist jedoch schwierig, weil die Täter Spuren verwischt haben.

Polizisten verlassen das Residenzschloss.
Polizisten verlassen das Residenzschloss.
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Polizei hat nach dem spektakulären Einbruch in die Schatzkammer Grünes Gewölbe weitere Details bekannt gegeben. Demnach haben sich Hinweise verdichtet, wonach vier Täter am Einbruch beteiligt waren - dies gehe aus der Auswertung von Videomaterial hervor.

"Die Tatortarbeit gestaltet sich sehr aufwendig. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass die Einbrecher einen Pulverlöscher am Tatort entleerten, um Spuren zu verwischen", heißt es. Aktuell würden Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras untersucht.

Verlust umfasst elf Objekte und weitere Stücke

Einbrecher hatten am frühen Montagmorgen aus einer Vitrine des historischen Grünen Gewölbes kostbare Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Die Täter waren im Schutz der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das berühmte Museum eingedrungen.
Auf einem Überwachungsvideo sind zwei Täter zu sehen, von denen einer mit einer Axt auf eine Vitrine im Juwelenzimmer der Schatzkammer einschlägt.

Die Diebe erbeuteten aus einer Vitrine mit rund 100 Teilen insgesamt elf Objekte sowie Teile von zwei weiteren Stücken und eine Gruppe von Rockknöpfen erbeutet. Wie die Staatlichen Kunstsammlungen am Mittwoch nach der Bestandsaufnahme der gestohlenen Stücke mitteilten, sind darunter einige der Kostbarkeiten aus der Brillant- und Diamantrosengarnitur sowie dem Schmuck der Königinnen. Das Brillantkollier der Königin Amalie Auguste ist unvollständig, und ihre große Brustschleife mit über 600 Brillanten ist ebenso gestohlen wie das Achselband mit dem "Sächsischen Weißen" Brillanten.

Sicherheitssystem vor vier Jahren zuletzt überprüft

Das war fast wie "Mission Impossible", was die da veranstaltet haben.
Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, äußerte sich am Mittwoch in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" zu Details der Sicherheit im Schatzkammermuseum. "Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens", sagte er. "Das war fast wie "Mission Impossible", was die da veranstaltet haben."

Überrascht zeigte sich Syndram davon, wie schnell das Glas der Vitrine zerstört werden konnte. "Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, hat nicht gehalten." Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen müsse, bevor es beschädigt werden könne.

Residenzschloss wieder geöffnet

Uwe Reier, Geschäftsführer der Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH im sächsischen Lauta, die auch Sicherheitsglas für ihre Vitrinen verwendet, relativierte die Aussagen. Das in Museen verwendete Glas entspreche in der Regel der Widerstandsklasse "Durchwurfhemmung". Einem mehrfachen Angriff mit einer Axt könne dieses Glas nicht standhalten.

Am Mittwoch hatte das Dresdner Residenzschloss erstmals nach dem Juwelendiebstahl wieder geöffnet. Der Andrang hielt sich in Grenzen: "Es sind weniger als normal nach dem regulären Schließtag", sagte eine Mitarbeiterin an der Kasse im Kleinen Schlosshof. Das Grüne Gewölbe bleibt noch geschlossen. In der barocken Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige sind noch Kriminaltechniker am Werk, um Spuren zu sichern.

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