ZDFheute

Grundsteinlegung für das Terminal 3

Sie sind hier:

Frankfurter Flughafen wächst - Grundsteinlegung für das Terminal 3

Datum:

Der Flughafenbetreiber spricht vom modernsten Terminal Europas, Gegner befürchten mehr Lärm und kritisieren den Flächenverbrauch. Heute wurde der Grundstein für Terminal 3 gelegt.

Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht derzeit das dritte Passagier-Terminal. Dreieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich ist nun der Grundstein gelegt worden. Gebaut wird bereits seit Januar.

Weitere 25 Millionen Passagiere pro Jahr

Der Frankfurter Flughafen ist der größte in Deutschland. Europaweit liegt der Frankfurt Airport, wie er sich selbst nennt, auf Platz vier hinter den Konkurrenten in London, Paris und Amsterdam. Für weiteres Wachstum und einen Anstieg der Passagierzahlen in Frankfurt fehlen Abfertigungskapazitäten. Die Terminals 1 und 2 platzen bei fast 70 Millionen Passagieren pro Jahr aus allen Nähten. Staus in den beiden Terminals und vor den Start- und Landebahnen gehören zum Alltag.

Illustration: Abflughalle Terminal 3 des Frankfurt Airports
Illustration: Abflughalle Terminal 3 des Frankfurt Airports
Quelle: dpa

Deswegen wird jetzt das Terminal 3 gebaut. Es soll Kapazität für weitere 25 Millionen Passagiere pro Jahr bieten - ungefähr so viele wie in Berlin-Tegel. Frühestens 2023 soll das Terminal zur Verfügung stehen. Ab Herbst 2021 wird bereits der Flugsteig G in Betrieb gehen können. Das Ziel ist die Abfertigung von jährlich vier bis fünf Millionen Passagieren. Erst dann kann es am größten deutschen Flughafen wieder neue Start- und Landezeiten geben.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Neue Flugsteige G bis K

Das wird kein BER, keine Sorge.
Stefan Schulte, Fraport-Vorstandsvorsitzender

Der Bau des neuen Passagier-Terminals ist nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport, an dem das Land Hessen und die Stadt Frankfurt gemeinsam die Mehrheit halten, voll im Plan. Mit an Bord ist zudem die Lufthansa, die sich in den vergangenen Monaten mehrfach lauthals über die Service-Qualität an ihrem wichtigsten, aber deutlich in die Jahre gekommenen Drehkreuz beklagt hat. Sehr bald werde das Gebäude aus der Baugrube wachsen, sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte im Februar.

Laut Schulte hat Fraport das Projekt mit einem Investitionsvolumen zwischen 3,5 und 4 Milliarden gut im Griff. In Anspielung auf den immer noch nicht fertigen Berlin-Brandenburger Flughafen sagte er: "Das wird kein BER, keine Sorge." Das modulare Gebäude soll von der Lindner Group als Generalunternehmer errichtet werden. Der nächste Schritt ist dann in Verantwortung der eigenen Tochter "Fraport Ausbau Süd GmbH" für die zweite Jahreshälfte 2023 vorgesehen - mit dem Terminalzentralgebäude, dem 69 Meter hohen Vorfeld-Tower sowie den weiteren Flugsteigen H und J. Der vierte Flugsteig K ganz im Westen des Gebäudes ist hingegen noch nicht konkret geplant.

Massive Proteste gegen Fluglärm und für Naturschutz

Fraport hat wegen des knappen Platzes am Boden die Zahl der stündlich möglichen Flugbewegungen derzeit eingefroren. Das 2011 durch die Nordwestbahn erweiterte Bahnensystem darf laut höchstrichterlich bestätigter Planfeststellung im Gegenzug für ein seit dieser Zeit geltendes Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr mehr als 700.000 Starts und Landungen im Jahr bewältigen, deutlich mehr als die 512.000 aus 2018. Bei dieser Steigerung ist es kein Wunder, dass der Protest der Bürgerinitiativen aus dem Flughafen-Umland gegen Lärm und Flächenverbrauch beim Terminal 3 weiter anhält.

Bereits in den 1980er Jahren gab es die ersten Massenproteste gegen den Bau der Startbahn West. Und seit Eröffnung der Nordwestbahn demonstrieren Flughafenanwohner montags im Flughafengebäude gegen Fluglärm. Auch während der Grundsteinlegung hielten sie eine Mahnwache im Terminal 1 ab. Bereits im Vorfeld des Baus des neuen Terminals gab es Widerstand. Im November 2018 räumten mehrere Hundert Polizisten ein Protestcamp im Treburer Wald. Die Aktivisten wollten die Fällung von Bäumen verhindern. Der Protest richtete sich gegen den Bau eines Autobahnzubringers zum geplanten neuen Terminal, für den 4,5 Hektar Wald dem Erdboden gleich gemacht werden mussten. "Für jeden Baum, der gefällt werden muss, haben wir bereits an anderer Stelle einen neuen Baum gepflanzt", betonte damals ein Fraport-Sprecher.

Illustration: Ersten Bauabschnitt des Terminal 3 auf dem Flughafen in Frankfurt am Main
Illustration: Das Terminal 3 entsteht südlich der Start- und Landebahnen.
Quelle: dpa

Die baulichen Gegebenheiten am Frankfurter Autobahn-Kreuz haben die Planer zu manchem Klimmzug gezwungen: Das Terminal 3 entsteht anders als die bisherige Passagier-Infrastruktur südlich der Start- und Landebahnen. Vom Fernbahnhof müssen Passagiere daher mehr als fünf Kilometer überwinden, um an ihr Gate zu kommen. Nach den Plänen von Fraport sollen sie dafür eine nagelneue fahrerlose Bahn mit acht Minuten Fahrtzeit nutzen, für die der Auftrag an ein Konsortium aus Siemens, Max Bögl und Keolis gegangen ist. Eine eigene S-Bahn-Station für das Terminal 3 lehnt der Flughafenbetreiber im Gegensatz zum Autobahnanschluss ab, weil die internationalen Gäste ein einheitliches Nah- und Fernverkehrsangebot erwarteten. Und das gebe es nur am gut erreichbaren Terminal 1.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.