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Ex-Leiter der Antiterroreinheit - GSG-9-Gründer Ulrich Wegener gestorben

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Der Gründer der GSG 9, Ulrich Wegener, ist tot. Unter seiner Leitung stürmte die Antiterroreinheit im Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu.

Der Gründer der GSG 9 ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Sein wohl wichtigster Einsatz mit der GSG 9 war die Befreiung der Geiseln in Mogadischu 1977.

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Der frühere Kommandeur der Grenzschutztruppe 9 starb nach ZDF-Informationen im Alter von 88 Jahren.

Die GSG 9 wurde 1972 als Spezialeinheit der Bundespolizei gegründet, um schwere und organisierte Kriminalität sowie Terrorismus zu bekämpfen. Auslöser war ein Anschlag, der die Welt erschütterte. 1972 überfiel ein palästinensisches Kommando israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München.

Gründung nach Geiseldrama im September 1972

Eine Befreiungsaktion auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck endete mit einem Fiasko für die deutsche Polizei. Bei der Schießerei in der Nacht vom 5. auf den 6. September 1972 wurden alle israelischen Geiseln getötet, weil es den Polizisten nicht rechtzeitig gelang, die Entführer auszuschalten.

Unmittelbar danach beauftragte der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) den Verbindungsoffizier des Bundesgrenzschutzes, Ulrich Wegener, mit dem Aufbau einer neuartigen Spezialeinheit.

Bekannt durch "Landshut"-Befreiung

Bekannt wurde die GSG 9 durch die Befreiung der von palästinensischen Terroristen entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" mit 91 Menschen an Bord. Bei der Befreiungsaktion unter Führung von Wegener auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu gelang es der GSG 9 in der Nacht zum 18. Oktober 1977, alle Geiseln unverletzt zu befreien. Damit erwarb sich Wegener den Beinamen "Held von Mogadischu".

Die Entführer wollten mit der Aktion auf dem Höhepunkt des "Deutschen Herbstes" elf inhaftierte Terroristen der Rote-Armee-Fraktion (RAF) freipressen. Bei der Erstürmung der Maschine wurden drei der vier palästinensischen Terroristen erschossen. Kein Polizist und keine der Geiseln kamen ums Leben. "Ich war froh, dass wir mal zeigen konnten, was wir können", sagte Wegener vor einigen Jahren zu diesem Einsatz. "Wir hatten davor jahrelang auf deutschen Flughäfen einen solchen Einsatz immer wieder geübt, nachts haben wir abgestellte Maschinen gestürmt. Manchmal konnten diese Maschinen auch nachher nicht mehr fliegen."

Die RAF-Häftlinge Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nahmen sich nach der Geiselbefreiung in Stuttgart-Stammheim das Leben.

In den Dienst der saudischen Regierung gewechselt

1988 wechselte der Gründungskommandeur in den Dienst der saudischen Regierung, um die dortige 2.000 Mann starke "Special Security Forces" auszubilden. Wegener wurde so zu einem international gefragten Experten in der Terrorismusbekämpfung.

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