Guaidó: Ausweisung ist Drohung gegen Berlin

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Botschafter soll Land verlassen - Guaidó: Ausweisung ist Drohung gegen Berlin

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Der deutsche Diplomat Daniel Kriener wurde vom Maduro-Regime ausgewiesen. Die Bundesregierung und Oppositionsführer Guaidó reagieren empört.

Kriener habe seine volle Anerkennung, schrieb Guaidó.
Oppositionschef Juan Guaidó will den deutschen Botschafter im Land behalten.
Quelle: Jorge Saenz/AP/dpa

Die von Venezuelas Regierung angeordnete Ausweisung des deutschen Botschafters ist nach Ansicht von Oppositionschef Juan Guaidó eine Drohung gegen Deutschland. "Das Regime bedroht den Botschafter nicht nur verbal, auch seine physische Integrität ist gefährdet", sagte der selbst ernannte Übergangspräsident dem "Spiegel". Staatschef Nicolás Maduro sei außerdem gar nicht befähigt, einen Botschafter zur unerwünschten Person zu erklären, denn er besetze das Präsidentenamt auf illegale Weise.

Guaidó: Botschafter Kriener soll bleiben

Er habe Botschafter Daniel Kriener daher gebeten, zu bleiben, sagte Guaidó. "Ich erkenne ihn an, und ich möchte Deutschland für die geleistete humanitäre Hilfe danken." Die Regierung Maduros hatte den Diplomaten am Mittwoch zur unerwünschten Person erklärt und ihn aufgefordert, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen. Maduro wirft ihm vor, sich in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes eingemischt zu haben.

Unsere, die europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen.
Außenminister Heiko Maas (SPD)

Außenminister Heiko Maas (SPD) reagierte mit Unverständnis auf die Ausweisung des deutschen Botschafters aus Venezuela. Die Entscheidung verschärfe die Lage und trage nicht zur Entspannung bei, erklärte Maas. "Unsere, die europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen", betonte er.

Interimspräsident aktiv unterstützt

Kriener hatte am Montag gemeinsam mit anderen Diplomaten aus Europa, Lateinamerika und den USA Guaidó nach dessen Südamerika-Reise am Hauptstadtflughafen Maiquetía erwartet. Dem Oppositionsführer drohte die Festnahme, weil er trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen hatte. Zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, haben Guaidó als rechtmäßigen Interimspräsidenten anerkannt.

Nach Ansicht von Guaidó ist es nicht notwendig, dass die deutsche Regierung nun den venezolanischen Botschafter aus Berlin ausweist. "Das ist nicht nötig, denn er wird ja nicht mehr anerkannt. Wir haben bereits einen neuen diplomatischen Vertreter in Deutschland benannt", sagte er. Maduro wolle mit der Ausweisung zeigen, dass er noch über Macht verfüge. "Aber die einzigen, die noch zu ihm stehen, sind die Streitkräfte." Guaidó rief Europa dazu auf, die Ausweisung deutlich abzulehnen und die finanziellen Sanktionen gegen die Regierung Maduros zu verschärfen.

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