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Insel im Porträt - Guam - wichtiger Stützpunkt für die USA

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Mit den Drohungen Nordkoreas ist das US-Außengebiet Guam ins Zentrum des Konflikts zwischen Washington und Pjöngjang gerückt. Die Pazifikinsel dient den Amerikanern seit 1898 als Stützpunkt - und ist dabei vor allem von strategischer Bedeutung.

Neue Eskalation zwischen den USA und Nordkorea.

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Die Insel, die mit etwa 544 Quadratkilometern knapp doppelt so groß wie Dortmund ist, liegt für die US-Streitkräfte günstig. Sie liegt rund 3.200 Kilometer südöstlich von Seoul, 2.400 Kilometer südlich von Tokio und 2.700 Kilometer östlich von Taipeh. Die koreanische Halbinsel und andere potenzielle Krisenherde im ostasiatischen Raum sind damit innerhalb kürzester Zeit zu erreichen.

Ein weiterer Vorteil: Weil Guam Außengebiet der Vereinigten Staaten ist, können die USA ihre Kräfte dort nach Belieben einsetzen - ohne dass sie sich Sorgen um eine mögliche Gast-Nation machen müssen, die möglicherweise Einwände gegen die Aktionen des US-Militärs haben könnte.

7.000 Streitkräfte auf Guam

Insgesamt haben die USA derzeit 7.000 Einsatzkräfte auf Guam stationiert. Die meisten sind Soldaten der Luftwaffe oder der Marine. Sie sind auf dem Luftwaffenstützpunkt Andersen im Norden oder dem Marine-Stützpunkt im Süden stationiert. Bereits vor vier Jahren hat die US-Armee das Raketenabwehrsystem THAAD in Guam installiert, um ballistische Raketen in ihrer finalen Flugphase zerstören zu können. Außerdem sollen Tausende Marines aus Okinawa im Süden Japans nach Guam verlegt werden.

Die Verteidigungsausgaben sind auch der größte Wirtschaftsfaktor auf der 162.742-Einwohner-Insel, wobei der Tourismus immer wichtiger wird: 2016 kamen 1,53 Millionen Besucher, laut Gouverneur Eddie Baza Calvo das bislang beste Jahr in der Geschichte Guams.

Besiedelt wurde die Insel erstmals vor 4.000 Jahren, als die Vorfahren des Volks der Chamorro übersetzten. Die Chamorro sind bis heute die größte ethnische Gruppe der Insel. Die Hauptstadt Guams ist Hagatna, die größte Stadt mit rund 45.000 Einwohnern aber Dededo.

Die Hauptsprachen sind Englisch und Chamorro. Staatsoberhaupt ist US-Präsident Donald Trump, Regierungschef Gouverneur Calvo. Es gibt immer wieder populäre Bewegungen, die entweder zu mehr Eigenverwaltung oder aber einem US-Beitritt tendieren. Ein Versuch, Guam nach Vorbild Puerto Ricos zu einem US-Freistaat zu machen, scheiterte in den 80er Jahren aber.

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