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Gutachten: E-Sport ist kein Sport

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Deutscher Olympischer Sportbund - Gutachten: E-Sport ist kein Sport

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Für den Deutschen Olympischen Sportbund ist nun erwiesen: E-Sport ist kein richtiger Sport. Das bestätigt ein Gutachten, das der Verband in Auftrag gegeben hatte.

Ein Spieler hält am 5.7.2018 einen Playstation-Controller in der Hand
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Quelle: dpa

Ist E-Sport Sport? Nein, sagt ein 120 Seiten starkes Gutachten, das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beim Düsseldorfer Juristen Peter Fischer in Auftrag gab. Der Begriff Sport sei "durch die langjährige Rechtssprechung im traditionellen Sinne der Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiert", heißt es darin. Jegliches Spiel an der Konsole falle nicht darunter, also sei E-Sport "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts". Dem Verlangen des E-Sports, als gemeinnützig anerkannt zu werden und damit unter anderem steuerliche Vorteile zu genießen, erteilt das Gutachten damit eine Absage.

Kein Unterschied zwischen E-Fußball und E-Ballerspielen

"Das Gutachten bestätigt insofern unsere konsequente Ablehnung zur Aufnahme von E-Sport in den organisierten Sport", sagte die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker. Seitdem die Bundesregierung im Frühjahr 2018 die Förderung des E-Sports in ihren vorläufigen Koalitionsvertrag geschrieben und sogar von der "Schaffung einer olympischen Perspektive" gesprochen hatte, gibt es den Streit um die Anerkennung des E-Sports als Sport. Die Politik ruderte allerdings zurück und verwies auf die Autonomie der Verbände bei der Anerkennung von Sportarten.

Der DOSB unterscheidet seit Herbst vergangenen Jahres zwei Sorten von E-Sport: zum Sportartensimulationen wie dem Fußballspiel FIFA, die sich eng am eigentlichen Sport orientieren und für Vereine und Verbände Potenzial für deren Weiterentwicklung böten. Zum anderen, was der Verband als eGaming bezeichnet, also sportferne Spiele wie "Counter Strike", "League of Legends" oder virtuelle Kartenspiele. An dem Punkt allerdings stellt sich das nun vorliegende Gutachten gegen den DOSB. Diese Unterscheidung sei rechtlich nicht belastbar.

E-Gamer: Sportbund verschließt Augen vor der Zukunft

"Das ist das Ende von eGaming als realitätsferne Wortschöpfung zur Spaltung der E-Sport-Bewegung", hieß es vom Präsidenten des eSport-Bunds Deutschland, Hans Jagnow. Felix Falk, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Games-Branche, teilte mit: "Das Auftragsgutachten des DOSB macht klar: Die Einheit des E-Sports ist nicht verhandelbar." Der Sportbund müsse jetzt entscheiden, ob er eSports in seiner Breite anerkennen will, "oder ob er weiter die Augen vor der Zukunft verschließt".

Viele vom DOSB anerkannte Sportarten wie Sportschießen, Tischfußball oder Darts definieren sich über die Präzision der Bewegung, nicht den Umfang.
Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bunds Deutschland (ESBD)

Die DOSB-Vorstandsvorsitzende Rücker betonte hingegen: "Eine Überprüfung der inhaltlichen, vom DOSB vorgeschlagenen Unterteilung in virtuelle Sportarten und eGaming war nicht Auftrag des Gutachtens." Sie kündigte an, in weitere Gespräche mit den DOSB-Mitgliedern und der Politik einzusteigen. Im Gutachten heißt es allerdings, dass sich "die E-Sport-Branche in einer anderen Galaxis bewegt. Die Gegensätze sind - und erscheinen nicht nur - unüberbrückbar."

Jagnow kritisierte zudem zentrale Punkte des Gutachtens. "Viele vom DOSB anerkannte Sportarten wie Sportschießen, Tischfußball oder Darts definieren sich über die Präzision der Bewegung, nicht den Umfang." E-Sport unterschiedlich zu behandeln, sei vor dem Hintergrund des Gleichheitsgrundsatzes nicht tragbar.

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