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Weinlese weitgehend abgeschlossen

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Gute Qualitäten beim 2019er - Weinlese weitgehend abgeschlossen

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In den deutschen Weinanbaugebieten sind fast alle Trauben gekeltert, der Most gärt im Fass. Die Weinlese verlief dieses Jahr schnell - aber sie brachte auch weniger ein als sonst.

Weinlese in der Pfalz. Archivbild
Weinlese in der Pfalz. Archivbild
Quelle: Uwe Anspach/dpa

Die diesjährige Weinlese ist weitgehend abgeschlossen. Die meisten Winzer in den 13 deutschen Anbaugebieten haben ihre "letzte Fuhre" schon eingefahren. "Aufgrund der Witterung in den vergangenen Tagen haben die Winzer die Lese beschleunigt", sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher. Regnerisches Wetter erhöht die Gefahr von Fäulnis.

Schon seit Jahren verschiebt sich die Ernte nach vorne. Denn die zunehmende Wärme lässt viele Trauben besonders schnell reifen. Viele Winzer lesen früher, damit Zucker- und Alkoholgehalt nicht zu hoch werden.

Verbrannte Beeren in Franken

Ein warmer Sommer mit schneller Reife hat nicht unbedingt Vorteile: In Franken klagt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau über verbrannte Bacchus-Beeren. "Durch Sonnenbrand, Trockenstress, Hagel und Spätfröste um die Eisheiligen fielen die Ernteausfälle dieses Jahr größer aus als befürchtet", sagt der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann. Anfällig für Sonnenbrand sind vor allem Riesling, Trollinger und Bacchus. Baden-Württemberg will Winzer wie auch Obstbauern bei der Versicherung von Schäden durch Extremwetter finanziell unterstützten.

Die Niederschläge waren in den 13 Anbaugebieten sehr unterschiedlich verteilt. "Noch früher als im Vorjahr litten die Reben unter Wassermangel", sagte Steinmann. Stark von Trockenheit betroffen war laut Weininstitut auch das Anbaugebiet Saale-Unstrut. Hingegen profitierten die Weinberge im Kaiserstuhl laut Weininstitut von ausreichend Niederschlägen.

Ertrag um 17 Prozent niedriger

Unterm Strich fiel die Ernte dieses Jahr vermutlich geringer aus als 2018 - wobei 2018 ein mengenmäßig besonders starker Jahrgang war. Der Ertrag bleibe mit schätzungsweise 8,6 Millionen Hektolitern um etwa 17 Prozent hinter 2018 und um zwei Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt zurück, prognostiziert das Deutsche Weininstitut.

Noch nicht beendet ist die Lese laut Büscher in den vom spät reifenden Riesling dominierten Anbaugebieten Mosel, Mittelrhein und Rheingau. Im größten deutschen Anbaugebiet Rheinhessen sagt der Präsident des Weinbauverbands, Ingo Steitz: "Die meisten Trauben sind abgeschnitten, das eine oder andere hängt noch." In einem Weinberg habe er noch rote Merlot-Trauben hängen, die voraussichtlich in der beginnenden Woche ihre optimale Reife erreichten.

Qualitätsaussichten: Vielversprechend

Mit der sich bisher abzeichnenden Qualität beim 2019er Jahrgang seien Winzer sehr zufrieden, sagt der Vorsitzende des Verbands der Rheinhessischen Weinkellereien, Wolfgang Trautwein. Die ins Fass gebrachten Weinmoste wiesen eine sehr ausgeglichene Balance von Zuckergehalt und Säure auf. Das den Zuckergehalt anzeigende Mostgewicht sei allein kein Qualitätsindikator mehr, betonte Trautwein. "Ich gehe davon aus, dass wir an den 2019er Weinen noch viel Spaß haben werden."

Der Fruchtsäuregehalt der Beeren sei deutlich höher als im vergangenen Jahr, sagt auch Büscher. "Das ist wichtig für die typische Spritzigkeit von Weißweinen. Man kann von einem sehr guten Jahrgang sprechen." Bei etwas unterdurchschnittlichen Erträgen hätten die Winzer "ein sehr schönes reifes Lesegut" eingebracht. Oder wie es das Würzburger Weingut Juliusspital in einer Mitteilung ausdrückt: "Der 2019er Weinjahrgang verspricht hervorragend zu werden - doch viele Fässer bleiben leer."

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