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Auftakt der Klimakonferenz - Guterres mahnt: "Krieg gegen Natur beenden"

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Zum Auftakt der UN-Klimakonferenz wählte Generalsekretär Antonio Guterres drastische Worte, um das Ausmaß der Klimakrise deutlich zu machen und ein rasches Umsteuern einzufordern.

In Madrid hat die 25. Internationale Klimakonferenz begonnen. Bis zum 13. Dezember geht es um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015.

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Zum Start der UN-Klimakonferenz hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Staaten eindringlich aufgefordert, im Kampf gegen die Klimakrise Tempo zu machen. "Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich", sagte Guterres in Madrid zur Eröffnung der zweiwöchigen Konferenz, an der Delegationen aus knapp 200 Ländern teilnehmen.

"Die Entscheidungen, die wir hier treffen, werden letztlich darüber bestimmen, ob wir einen Weg der Hoffnung gehen oder einen Weg der Kapitulation." Die Wissenschaft zeige, dass die Erderwärmung und ihre dramatischen Folgen schneller voranschritten als erwartet. Millionen junge Menschen weltweit verlangten entschlossene Maßnahmen im Kampf gegen den Klimanotfall. "Wir müssen endlich zeigen, dass wir es ernst meinen damit, den Krieg gegen die Natur zu beenden."

Guterres: Industriestaaten müssen mehr tun

Entweder wir stoppen unsere Sucht nach Kohle, oder alle unsere Anstrengungen sind umsonst.
Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Zurzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, die sie am Leben erhalten, beklagte Guterres. Insbesondere fossile Brennstoffe wie Kohle Gas und Öl mussten da bleiben, wo sie sind: im Boden. "Entweder wir stoppen unsere Sucht nach Kohle, oder alle unsere Anstrengungen sind umsonst." Vor allem die Länder mit dem größten Treibhausgas-Ausstoß müssten mehr tun. "Was mich frustriert, (...) ist das langsame Tempo des Wandels, vor allem, weil wir die Technologien und Werkzeuge, die wir brauchen, schon haben", sagte Guterres.

Er beklagte, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase trotz gegenteiliger Versprechen während der vergangenen zehn Jahre jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen sei. Um das Ziel zu erreichen, die Erwärmung der Erde langfristig auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten die Emissionen bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2010 sinken.Das bedeute ein Minus von mehr als sieben Prozent jährlich. Insbesondere die Industriestaaten der G20 müssten mehr dafür tun.

Lücken der letzten Klimakonferenz schließen, Zusammenarbeit regeln: Auf der 25. Weltklimakonferenz in Madrid stehen harte Verhandlungen an, so ZDF-Korrespondent Mark Hugo.

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Maas wirbt für Vorreiterrolle der EU

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) signalisierte Bereitschaft zu ehrgeizigen Beschlüssen in Madrid. "Je länger wir warten, desto schwieriger und teurer wird es", erklärte sie in Berlin passend zum Madrider Konferenz-Motto "Tiempo de actuar" - "Zeit zu handeln".

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warb für eine Vorreiterrolle der EU. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sagte in Madrid, weil Europa eine historische Verantwortung für die Erderwärmung trage und seine Bürger es forderten, müsse es den Ausstieg aus den fossilen Energien "anführen".

Greenpeace-Chefin enttäuscht vom deutschen Klimapaket

Einige Hilfsorganisationen sehen allerdings bei Deutschland und der EU eine Mitschuld für die schleppende Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Greenpeace-Chefin Morgan sagte, Deutschland sei beim Klimaschutz derzeit auf dem "Weg zurück in die Vergangenheit". Das Klimapaket der Bundesregierung wertete Morgan insbesondere wegen der Vertagung des Kohleausstiegs auf 2038 als "enttäuschend schwach".
Ein Bündnis aus Klima-Allianz und Bundesverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen (Venro) erklärte, die deutschen und europäischen Ziele reichten "bei Weitem nicht aus, um das Pariser Abkommen einzuhalten".

Feste Zusagen gefordert

Deutschland will seinen Treibhausgasausstoß bis 2030 um 55 Prozent verringern. Außerdem hat es zugesagt, bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Ihr Klimaziel für 2020 wird die Bundesregierung aber verfehlen: Statt einer Emissionsminderung um 40 Prozent werden voraussichtlich nur 32 Prozent erreicht.

Umweltorganisationen dringen darauf, dass in Madrid zumindest ein paar große Emittenten eine Anhebung ihrer Klimaschutzziele fest zusagen. Weitere Knackpunkte der auf zwölf Tage angesetzten Verhandlungen sind Hilfen für die Entwicklungsländer bei der Bewältigung klimabedingter Schäden sowie konkrete Regeln zur Einbeziehung des Emissionszertifikatehandels in die internationalen Klimaschutzbemühungen.

Durch Überschwemmungen müssen immer mehr Menschen flüchten.Archiv
Durch Überschwemmungen müssen immer mehr Menschen flüchten, häufig sind Entwicklungsländer betroffen.
Quelle: epa Str/dpa

Hilfsorganisation: Jährlich 20 Millionen Klima-Flüchtlinge

Den Konferenzvorsitz hat Chile mit seiner Umweltministerin Carolina Schmidt. Wegen der sozialen und politischen Unruhen in Chile sprang aber Spanien kurzfristig als Gastgeberland ein. Erwartet werden rund 29.000 Teilnehmer, darunter auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Die Hilfsorganisation Save the Children hob hervor, dass in diesem Jahr in Teilen Afrikas bereits mindestens 1200 Menschen durch die vom Klimawandel verstärkten Wetterextreme ums Leben gekommen seien. Die Organisation Oxfam verwies auf jährlich 20 Millionen Klima-Flüchtlinge. Die Präsidentin der Marschall-Inseln, Hilda Heine, sagte in einer Videobotschaft an die Verhandler in Madrid, kleine Inselstaaten wie ihrer befänden sich wegen des klimabedingten Anstiegs der Meeresspiegel jetzt schon "im Todestrakt".

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