Sie sind hier:

Bitkom-Studie - Cyberkriminalität trifft jeden zweiten Nutzer

Datum:

Missbrauch von Kontodaten oder Betrug beim Einkauf - wie der jüngste Datenskandal zeigt, lässt sich im Netz einfach Schaden anrichten. Dabei ist die Hälfte der Nutzer betroffen.

Computer: Datenschutz (Illustration)
Laut Bitkom-Studie wurden 2018 zwölf Prozent der Internet-Nutzer beim privaten Einkauf oder bei Verkaufsgeschäften betrogen.
Quelle: clipdealer

Jeder zweite Internet-Nutzer in Deutschland ist laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden. Bei fast einem Viertel der Befragten (23 Prozent) seien deren persönliche Daten illegal genutzt oder an Dritte weitergegeben worden, teilte der Bitkom am Mittwoch mit.

Einfache Maßnahmen können helfen

So wurden im vergangenen Jahr zwölf Prozent der Internet-Nutzer nach eigenen Angaben beim privaten Einkauf oder bei Verkaufsgeschäften betrogen, elf Prozent gaben an, dass ihre Kontodaten missbraucht wurden. Wie der jüngste Datenskandal um einen 20-jährigen Schüler aus Hessen gezeigt hat, lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln großer Schaden anrichten.

Der bereits am Sonntag festgenommene Mann hatte teils sehr persönliche Daten von rund 1.000 Politikern und Prominenten gesammelt und öffentlich auf Twitter verlinkt. Nutzer könnten aber mit einfachen Maßnahmen einen Datenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl erschweren, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Regelmäßige Updates und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Der Bitkom riet erneut dazu, neben regelmäßigen Updates der genutzten Software und der Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugang zu Plattformen auch komplexere Passwörter zu nutzen, die sich nicht leicht erraten ließen. Allein daran scheiterten jedoch schon viele Nutzer im Alltag, sagte Thorsten Urbanski, Sprecher des IT-Sicherheitsdienstleisters Eset. Bei der Vielzahl an Passwörtern, die durchschnittlich genutzt werden, seien komplexe, kaum zu merkende Passwörter nicht sinnvoll. Urbanski riet dazu, einen Passwortmanager zu verwenden.

"Die gibt es ja, man müsste sie nur einsetzen - wenn es schon ein Schüler schafft, an sensible persönliche Daten zu kommen." Generell sei nach den Erfahrungen der vergangenen Woche mehr Aufklärung beim Umgang mit den eigenen Daten angeraten, etwa mit einem "7. Sinn", wie es ihn damals im TV für Autofahrer gab.

Barley fordert zentrale Anflaufstelle

Katarina Barley (SPD) bei der Landesvertreterversammlung der SPD in Rheinland-Pfalz.
Katarina Barley (SPD)
Quelle: dpa

Als Konsequenz aus dem jüngsten Datenskandal sprach sich Justizministerin Katarina Barley für eine "zentrale Anlaufstelle" aus, an die sich Verbraucher bei Datenmissbrauch wenden können. "Die Bürgerinnen und Bürger müssen wissen, da können wir uns hinwenden und da wird uns geholfen", sagte die SPD-Politikerin im ARD-"Morgenmagazin". Barley schlug die Einrichtung einer Telefon-Hotline vor, die etwa beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingerichtet werden könnte. "Was wir wollen, ist eine zentrale Anlaufstelle, die auch mehr Kompetenzen hat", sagte Barley. Dies sei auch wichtig, damit die Behörden solche Fälle verfolgen könnten, da es ja oft viele Betroffene gebe. Darüber werde sie mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) beraten.

Barley rief zudem die Anbieter von Internetangeboten auf, die Zwei-Faktor-Authentifizierung standardmäßig anzubieten. Auch sie werde die doppelte Identifizierung durch ein Passwort und zusätzlich durch einen zugeschickten Code künftig stärker nutzen, kündigte die Justizministerin an, die ebenfalls von dem aktuellen Fall der Veröffentlichung persönlicher Daten im Netz betroffen war.

Diebstahl ist nicht einziges Problem im Netz

Internetnutzer haben der aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge aber nicht nur mit Diebstahl oder Betrug zu kämpfen. Jeder Zehnte sagt laut Studie, dass er im Internet verbal massiv angegriffen oder beleidigt wurde. Über sexuelle Belästigung im digitalen Raum klagen acht Prozent der Befragten.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.