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Ausstellung "68. Pop und Protest" - Grelle Farben, Rock-Musik und linke Politik

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So vielseitig wie das Jahr 1968 zeigt sich auch das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. "68. Pop und Protest" präsentiert grelle Farben, Rock-Musik und linke Politik.

Ausstellung "68. Pop and Protest" am 16.10.2018 in Hamburg
Einblick in die Ausstellung Quelle: dpa

Von Musik bis Mode, vom Design zur Doku: Mit einer bunten, multimedialen Ausstellung widmet sich das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe dem legendären Jahr 1968. "Wäre 1968 nicht gewesen, hätte sich die Welt anders gedreht", sagte Museumsdirektorin Sabine Schulze bei der Präsentation.

Nicht alle Ideen damals seien richtig gewesen. Wichtig sei jedoch gewesen, scheinbar Selbstverständliches infrage zu stellen. Das Museum wolle keinen "sentimentalen Rückblick" bieten, sondern den kulturellen und politischen Umbruch von heute aus neu beurteilen. "68. Pop und
Protest" wird am Mittwochabend von Kultursenator Carsten Brosda (SPD) eröffnet und läuft bis zum 17. März 2019.

Universitäten als Keimzelle der Proteste

Der Jugend-Protest in der westlichen Welt richtete sich gegen autoritäre Strukturen, Rassismus und sexuelle Repression. Gemeinsamer Nenner ist die Hoffnung auf Freiheit und Selbstbestimmung. Großformatige Filme und Plakate geben einen Einblick in die politischen Themen von 1968. Die Bilder von den hungernden Kinder in Biafra (Nigeria), dem Krieg in Vietnam und dem Sowjet-Einmarsch in die Tschechoslowakei sind heute prägend für die jüngere Geschichte. Keimzelle der Proteste waren die Universitäten. Legendär ist der Protestbanner "Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren" während der Rektoratsübergabe in Hamburg Ende 1967.

Die Hamburger Universität hat dem Museum auch die überlebensgroße und graffiti-besprühte Bronze-Skulptur des umstrittenen Kolonialbeamten Hermann von Wissmann (1853-1903) ausgeliehen, die 1968 auf Druck der Studenten entfernt wurde, um ein Zeichen gegen Kolonialismus zu setzen.

Ein Jahr des Pop

1968 war auch ein Jahr des Pop. Grelle Farben und Kunststoff waren Kennzeichen des neuen Möbel-Designs. Nicht steifes Sitzen war gefragt, sondern Fläzen, Liegen und Räkeln. Dafür stand vor allem der neu entwickelte Sitzsack. Der rechte Winkel und die klare Kante waren verpönt. Stattdessen wurden kugelförmige Fernseher und drehbare Schalensessel aus Kunststoff entwickelt. Größtes Schauobjekt ist die orangefarbene "Spiegel"-Kantine, die der dänische Designer Verner Panton 1968 für das Verlagshaus kreierte. Seit 2011 befindet sich ein Teil davon im Museum.

Vom Hosenanzug bis zum Minirock

Auch die Mode veränderte sich. Der Business-Hosenanzug von Yves Laurent war ein Statement für die zunehmende Gleichberechtigung der Frau. Der Mary Quandt zugeschriebene Mini-Rock war prominentes Streitobjekt zwischen besorgten Müttern und aufbegehrenden Töchtern in dieser Zeit. Leder und Latex waren die Materialien der Haute Couture von André Courrèges. Das Werbeplakat der Hamburger Ausstellung zeigt das Supermodel "Twiggy", die mit ihrer spindeldürren Figur eine ganze Frauen-Generation prägte.

Es kann auch laut werden im Museum. Rock- und Pop-Musik haben das Jahr 1968 kulturell geprägt. Eine übergroße Leinwand zeigt den Film über das Monterey-Festival vom Juni 1967 in Kalifornien. The Who, Ravi Shankar, Janis Joplin und Jefferson Airplane treten auf, Jimi Hendrix verbrennt auf der Bühne seine Gitarre. An den Hörstationen sind Songs von den Beatles, Pink Floyd und Cream zu hören. In den legendären Sitzsäcken können es sich die Museumsbesucher dazu gemütlich machen.

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