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China kündigt Strafzölle an - 25 Prozent auf US-Sojabohnen und -Autos

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China fackelt nicht lange: Als Reaktion auf US-Strafzölle erhebt das Land nun ebenfalls hohe Abgaben auf eine ganze Reihe von Produkten aus den Vereinigten Staaten.

Sojabohnen (Symbolbild)
Jetzt auch im Zentrum des Handelsstreits: Sojabohnen (Symbolbild)
Quelle: reuters

Auf Sojabohnen, Flugzeuge, Autos, Rindfleisch und andere importierte Produkte etwa aus der Chemie- und Flugzeugindustrie würden Strafzölle in Höhe von 25 Prozent erhoben, teilte das Handelsministerium in Peking am Mittwoch mit. Es listete insgesamt 106 Produkte im Wert von 50 Milliarden Dollar (40,6 Milliarden Euro) auf.

Der Zeitpunkt, ab dem die Zölle gelten sollen, werde in Kürze bekanntgegeben, teilte das Ministerium weiter mit. China reagierte mit der Liste wie angekündigt auf Pläne aus Washington, chinesische Importwaren mit Strafzöllen zu belegen.

Mit den Drohungen haben die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ihren handels- und wirtschaftspolitischen Konflikt weiter nach oben geschraubt. Unternehmen und Investoren haben die Sorge geäußert, dass die Auseinandersetzung den globalen Konjunkturaufschwung behindern könnte.

Donald Trump kündigt neue Zölle auf chinesische Waren an. China kontert seinerseits mit Einfuhrzöllen. „Ein Handelskrieg ohne Gewinner“, so ZDF-Korrespondentin Stefanie Schöneborn.

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Handelsstreit spitzt sich zu

Die USA wollen mit ihren am Dienstag (Ortszeit) vorgeschlagenen Zollerhöhungen China dafür bestrafen, dass das Land nach amerikanischer Darstellung US-Firmen zwingt, technologisches Wissen preiszugeben. Das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer legte eine Liste mit 1.300 chinesischen Produkten vor, für die der Zollsatz gelten soll, beispielsweise Industrieroboter und Telekommunikationsausrüstung. Es gab Unternehmen und Verbrauchern bis zum 11. Mai Zeit, zu beantragen, dass bestimmte Produkte von der Liste entfernt oder auf diese neu aufgenommen werden.

Der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen betonte, Peking wolle keinen Handelskrieg, werde aber kämpfen, wenn es dazu gezwungen werde. Peking sei gewillt, die Konflikte mit den USA auf der Basis "gegenseitigen Respekts und gegenseitigen Nutzens" durch Dialog beizulegen. "Wenn sie verhandeln wollen, ist die Tür offen", sagte er. Der stellvertretende Finanzminister Zhu Guangyao sagte, Peking hoffe, dass beide Seiten konstruktiv zusammenarbeiten könnten - anstatt sich eigenwillig zu verhalten.

Streit um Hochtechnologie-Branchen ist für China heikel

Das chinesische Handelsministerium kritisierte die Ankündigung aus den USA als Verstoß gegen internationale Handelsregeln und gab an, mit seiner Reaktion die "legitimen Rechte und Interessen" Chinas zu schützen. Der Streit um Technologie ist für die chinesische Staatsführung heikel, weil es um Hochtechnologie-Branchen geht, die sie als bedeutsam für die wirtschaftliche Zukunft des Landes erachtet.

Zuvor hatten die USA Zölle auf Stahl und Aluminium aus vielen Ländern, darunter China, eingeführt, woraufhin Peking am Montag bereits US-Produkte mit einem jährlichen Importvolumen von drei Milliarden Dollar mit höheren Zöllen belegte.

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