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US-Lieferketten im Visier - Handelsstreit: China warnt Trump vor Eskalation

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China warnt Donald Trump eindringlich vor einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts. Ansonsten erwägt Peking, die US-Handelsketten ins Visier zu nehmen. Die Börse reagiert.

Archiv: Blick auf das Container-Terminal im Hafen von Qingdao (China)
Blick auf das Kontainer-Terminal im Hafen von Qingdao (China): Wie weit dreht sich die Spirale im Handelsstreit mit den USA?
Quelle: dpa

US-Präsident Donald Trump hat mit einer Bemerkung die Sorge vor neuen Strafzöllen der USA auf chinesische Importe geschürt - China warnt deswegen vor einer weiteren Zuspitzung des Handelskonflikts. Geng Shuang, eine Sprecherin des Pekinger Handelsministeriums, bekräftigte am Montag, dass die Volksrepublik mit "Gegenmaßnahmen" reagieren werde, sollten die USA weitere Strafzölle gegen China verhängen. Man werde sich "entschlossen verteidigen".

An den Börsen des Landes machte sich weitere Verunsicherung breit. Der Shanghai Composite beendete den Handel am Montag mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 2.651 Punkten. Damit rutschte die chinesische Leitbörse auf den tiefsten Stand seit vier Jahren.

Importe im Wert von 200 Milliarden Euro

Die "Washington Post" hatte am Sonntag gemeldet, US-Präsident Trump plane, chinesische Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden US-Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent zu belegen. Dieser Schritt solle in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben werden.

Damit wären die Hälfte aller Importe aus China mit Extrazöllen belegt. Betroffen wären den Berichten zufolge unter anderem Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Spielwaren. Die US-Importeure befürchten eine massive Verteuerung von Waren im Inland.

Zugleich haben die USA China in der vergangenen Woche aber zu neuen Gesprächen eingeladen, die um den 20. September herum beginnen sollten. Verhandlungen in Washington Mitte August hatten keine Annäherung gebracht.

"Nicht mit der Pistole auf der Brust"

China erwäge im Handelsstreit nun, das Gesprächsangebot der US-Administration auszuschlagen. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige Vertreter, die mit den Gesprächen vertraut sind. China werde "nicht mit der Pistole auf der Brust" verhandeln, hieß es.

Beide Länder haben sich bereits mit Strafzöllen auf Waren im Wert von jeweils rund 50 Milliarden US-Dollar überzogen. Peking hatte bereits angekündigt, im Falle neuer US-Zölle zusätzliche Abgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen.

Chinas begrenzte Möglichkeiten

Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA Vergeltung zu üben, sind jedoch begrenzt: Die USA führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus.

Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnten etwa US-Unternehmen wie Starbucks, Apple oder Nike, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

Berater der chinesischen Regierung hätten vorgeschlagen, durch Exporteinschränkungen für Bauteile und andere Güter die Lieferketten von US-Unternehmen zu treffen und so Druck auf die Regierung von Präsident Donald Trump auszuüben. Aus dem Umfeld der US-Regierung hieß es, dass dies wiederum zu harten Vergeltungsmaßnahmen von amerikanischer Seite führen könnte.

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