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Bundesweite Polizeikontrollen - So gefährlich sind Handys am Steuer

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Handy am Steuer? Wer das für akzeptabel hält, riskiert Menschenleben - mahnt die Polizei und geht deshalb heute dagegen vor. Was Sie über die Aktion wissen müssen - ein Überblick.

Immer wieder gibt es Unfälle durch Autofahrer, die abgelenkt sind, z.B. von Handys. Ein Aktionstag macht heute auf die Gefahren aufmerksam.

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11.000 Polizisten sind heute im Einsatz

Bundesweit gibt es heute etwa 3.200 Kontrollen und Aktionen, bei denen mehr als 11.000 Polizisten im Einsatz sind. Ihre Aufgabe: Autofahrer, die mit dem Handy in der Hand oder Kopfhörern im Ohr unterwegs sind, anhalten, abmahnen - und über die Gefahren aufklären. Die Kontrollen sind Teil einer neuen Aktion der Innenministerkonferenz, "Sicher. Mobil. Leben". Die Aktion richtet sich übrigens nicht ausschließlich gegen Autofahrer. Die können - abgelenkt - zwar den größten Schaden anrichten. Aber auch Fahrradfahrer und Fußgänger können mit dem Handy in der Hand zur Gefahr für andere werden.

Handy am Steuer - ist das überhaupt erlaubt?

Selbstverständlich nicht. Wer das Handy im Straßenverkehr einsetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet wird. Sollte bei einem Unfall jemand verletzt oder gar getötet werden, kann zudem das Strafgesetzbuch zum Einsatz kommen: Dann geht es um fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung.

Diese Strafen drohen:
Ordnungswidrigkeit Bußgeld Punkte Fahrverbot
Handy am Steuer als Kraftfahrer 100 Euro 1 keins
... mit Gefährdung 150 Euro 2 1 Monat
... mit Sachbeschädigung 250 Euro 2 1 Monat
Handy am Steuer als Fahrradfahrer 55 Euro keine keins
Quelle: Bußgeldkatalog

Warum die bundesweite Kontrolle?

"Ablenkung" ist zwar keine Unfallursache, die in Deutschland statistisch erfasst wird. "Mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle stehen laut internationalen Studien im Zusammenhang mit Ablenkung am Steuer", sagt aber Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), als Vorsitzender der Innenministerkonferenz Schirmherr der Aktion.

Und es geht nicht immer nur um Unfälle: Autofahrer, die am Steuer Nachrichten beantworten oder eine neue Playlist suchen, provozieren grundsätzlich unnötig gefährliche Situationen. Sie fahren langsamer, in Schlangenlinien, auf mehreren Spuren - und haben eine verlangsamte Reaktionszeit, wenn etwas Unerwartetes passiert. Schon wer mit Tempo 50 eine Sekunde lang abgelenkt ist, legt 14 Meter im Blindflug zurück. Bei Tempo 80 sind es bereits 22 Meter.

Infografik: Anhalteweg
Infografik: Anhalteweg
Quelle: Innenministerium

Aber wie viele Autofahrer nutzen das Handy am Steuer?

Auch dazu gibt es keine genauen Zahlen, aber Annäherungen. Der Versicherer dekra schreibt in einem Factsheet zu dem Thema, dass 64 Prozent aller Autofahrer zumindest gelegentlich auf ihr Handy schauen. Satte 71 Prozent sehen zudem immer wieder andere Verkehrsteilnehmer, die sich beim Fahren mit ihrem Handy beschäftigen. Erwischt werden pro Jahr etwa 400.000 Autofahrer. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes. Dabei schwankten die Zahlen zwischen 443.000 Verstößen im Jahr 2011 und 363.000 Verstößen im Jahr 2015.

Was erhoffen sich die Länder von den Kontrollen?

"Ziel ist es, in der Bevölkerung ein Gefahrenbewusstsein für die vielfältigen Ablenkungen als Verkehrsteilnehmer zu erzeugen", sagt Schirmherr Stahlknecht.

Was ist bislang bei der Aktion herausgekommen?

Bei den Kontrollen hat die Polizei binnen weniger Stunden fast 3.100 Handysünder am Steuer erwischt. Diese Zwischenbilanz Holger Stahlknecht am Donnerstagnachmittag bekannt. Bis zum Mittag kontrollierten die Beamten mehr als 51.000 Lastwagen-, Auto- und Radfahrer. Zudem klärten sie mehr als 9.400 Menschen über die unterschätzten Risiken von Ablenkung im Straßenverkehr auf.

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