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Hannelore Elsner ist tot - "Die große Abenteurerin"

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Nicht nur die Filmwelt trauert um die "nationale Diva". Die deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner ist am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren gestorben.

Hannelore Elsner hat ein turbulentes Privatleben und eine große Schauspielkarriere im Theater, Kino und in Fernsehproduktionen mit Furchtlosigkeit durchlebt. Jetzt ist eine der letzten großen Diven Deutschlands gestorben.

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Hannelore Elsner, eine der markantesten deutschen Schauspielerinnen, ist tot. Wie der Anwalt der Familie am Dienstag bestätigte, starb sie am Ostersonntag im Alter von 76 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

Die Münchner Regisseurin Doris Dörrie würdigte Elsner "als eine große Abenteurerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat". Dörrie hatte zuletzt ihren Firm "Kirschblüten und Dämonen" mit Elsner gedreht; der Film war erst im März in die Kinos gekommen. Anlässlich der Premiere von "Kirschblüten und Dämonen" hatte Hannelore Elsner zusammen mit Doris Dörrie im ZDF einen ihrer letzten öffentlichen Auftritte:

Tod mit 76 Jahren - Letztes ZDF-Interview mit Hannelore Elsner

Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot. Anlässlich der Premiere des Films "Kirschblüten und Dämonen" gab sie zusammen mit Regisseurin Doris Dörrie eines ihrer letzten Interviews.

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Sie begann als Starlet an der Seite von Freddy Quinn, war lange Jahre TV-Kommissarin und glänzte in preisgekrönten Dramen. Hannelore Elsner stand fast sechs Jahrzehnte vor der Kamera. Am Wochenende verstarb sie im Alter von 76 Jahren. Das teilte der Anwalt der Familie, Matthias Prinz, am Dienstag mit. "Als Anwälte der Familie von Hannelore Elsner haben wir die traurige Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass Hannelore Elsner überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen ist", erklärte Prinz. Zu weiteren Details werde aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie keine Stellung genommen.

Eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands

Schwarze Mähne, strahlendes Lachen und markante Stimme: Hannelore Elsner gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen in Deutschland. Ihr Geburtsdatum jedoch war lange nicht ganz klar: An ihrem 52. Geburtstag wurde sie "öffentlich als Fünfzigjährige gefeiert, mit großem Tamtam und Interviews", schreibt sie in ihrer Autobiografie "Im Überschwang".

Elsner, die viele als kapriziöse Diva beschreiben, gab nicht gerne Interviews zu ihren Geburtstagen. "Ich muss über mein Alter reden, seit ich 25 bin", beschwerte sie sich in ihrer Autobiografie. "Mir gefällt die buddhistische Idee, die sagt, bis 60 ist man jung, ab 60 wird man älter."

Das Leben der gebürtigen Bayerin war bewegt: Schon als kleines Mädchen muss sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselt häufig die Schule und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. "Ich war nirgendwo richtig daheim", schrieb sie über ihre Jugend, schilderte aber auch ihre unbändige Lebenslust.

Die erste Nackte auf deutschen Theaterbühnen

An den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht, berichtete Elsner. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig. Nach Proben in Istanbul darf sie auf die Schauspielschule, muss dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen. Sie schwärmte jedoch für den französischen Film: "Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich."

Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnert sich Elsner. Sie hörte nicht darauf, strich nur das "t" aus ihrem Geburtsnamen Elstner. Mit etwa 19 Jahren stand sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später soll sie in den Kammerspielen in "Tango" (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.

In mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen war die 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück "Iwanow". Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

Ein bewegtes Leben

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film "Das Mädchen mit den schmalen Hüften". Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie "Stahlnetz" ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film "Berlinger" (1975). Drei Jahre später dreht sie mit ihm "Der Sturz" nach einem Roman von Martin Walser.

Brustellin war seit 1973 ihr Partner. Von ihrem ersten Ehemann, dem 18 Jahre älteren Schauspieler Gerd Vespermann, war sie längst geschieden. Sie lernte Brustellin bei den Dreharbeiten für den Kinofilm mit Elke Sommer und Mario Adorf "Die Reise nach Wien" (Regie: Edgar Reitz) kennen. Die Dreharbeiten halfen ihr über den plötzlichen Tod der Mutter hinweg, das Verhältnis schilderte sie als schwierig.

Der Filmemacher starb 1981 bei einem Verkehrsunfall. Da ist Elsners einziges Kind, ihr Sohn Dominik, gerade ein halbes Jahr alt. Sie hat Monate mit dem Neugeborenen im Krankenhaus verbracht, weil es zu früh auf die Welt kam. Vater ist der Regisseur Dieter Wedel.

Auf allen Bühnen zuhause: TV, Kino und Theater

Später ist Elsner "drei wunderschöne Jahre" mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger zusammen. 1993 heiratete sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen und zog mit ihm von München nach Frankfurt, die Ehe ging 2000 auseinander.

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie "Die Kommissarin" (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer war sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinnen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelte sie in fast 70 Folgen; Til Schweiger war anfangs ihr Assistent.

Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück "Eine tot-normale Frau" zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für "Die Unberührbare" (2000), berichtete sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftstellerin brachte ihr den Deutschen Filmpreis ein. Gleich noch einmal bekam sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in "Mein letzter Film" (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kino-Erfolgen gehörte auch ihre Rolle in Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" (2008) an der Seite von Elmar Wepper.

Ihre komödiantische Seite zeigte Elsner besonders erfolgreich in Dani Levys "Alles auf Zucker!" (2004). Als grantelnde Diva war sie Anfang des Jahres in der ARD-Komödie "Die Diva, Thailand und wir!" zu sehen.

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