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Flugbetrieb in Hannover läuft wieder - Autofahrer unter Drogen legte Airport lahm

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Ein Autofahrer verfolgt auf dem Flughafen in Hannover ein landendes Flugzeug - und legt den Airport für Stunden lahm. Am Abend wird der Betrieb wieder aufgenommen.

Flugverkehr am Flughafen Hannover nach Zwischenfall eingestellt
In Hannover wurde der Flugbetrieb für viereinhalb Stunden eingestellt.
Quelle: dpa

Warten, warten, warten - und hoffen, dass es noch was wird mit dem Flug nach Mallorca. Tim Dohle, sein Sohn Julius und seine Frau Susanne haben an diesem trüben Samstagnachmittag die Sicherheitskontrollen schon passiert, auch ihre Bordkarten haben sie schon in der Hand. Doch gegen 16:15 Uhr wird die Familie aus Bockhorn bei Oldenburg wieder zurückgeschickt, hinter die Schleusen. Warum, wissen die drei zunächst nicht.

Erst später wird klar: Ein Auto hat ein Tor im Süden des Flughafens durchbrochen und ist auf das Vorfeld gefahren. Der Fahrer des silberfarbenen BMWs mit polnischem Kennzeichen hat versucht, einem landenden Flieger griechischen Airline Aegean zu folgen. Die Polizei nimmt die Verfolgung auf, setzt den Fahrer gegen 15:30 Uhr fest - und dann geht für Stunden nichts mehr am Airport in Hannover.

Motiv für die Tat unbekannt

Was genau passiert ist, wissen die ungeduldig wartenden Reisenden in Terminal B lange nicht. Überall bilden sich Schlangen an den Check-ins. Auch am frühen Abend steht der silberne BMW noch im nördlichen Bereich des Flughafens in der Nähe des Towers auf dem Vorfeld. Sprengstoffexperten und andere Einsatzkräfte untersuchen den Wagen bis ins kleinste Detail. Gefährliche Gegenstände finden sie nicht.

Klar ist am Abend zumindest: Der Fahrer des BMWs stand unter Drogen. Schnelltests auf Kokain und Amphetamin fielen positiv aus. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es nicht. Vermutungen über ein Motiv für die Tat aber auch nicht.

Identität des Mannes unklar

Bundespolizeisprecher Jörg Ristow sagt, es müsse noch geklärt werden, wie es dem Mann gelang, das Tor im Zaun zu durchbrechen. Hinweise auf Komplizen gibt es nicht. Die Beamten vermuten, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Die Identität des Mannes prüfen die Ermittler noch - es handle sich um einen Europäer, etwa Mitte 20. Papiere habe er nicht dabei gehabt. Auch Waffen nicht. "Die Sicherheitsstandards haben gegriffen", sagt Ristow, als sich die Lage wieder entspannt.

Der Geschäftsführer des Airports, Raoul Hille, erklärt: "So einen Vorfall hat es in der gesamten Geschichte des Flughafens noch nicht gegeben."

Für die wartenden Passagiere kommt kurz darauf die Nachricht: Der Flugbetrieb wird nach viereinhalb Stunden wieder aufgenommen - das Warten hat ein Ende.

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