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Industrieschau - Hannover Messe beginnt mit Europa-Appellen

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Künstliche Intelligenz, flexible Roboter: Die Hannover Messe zeigt, was in Sachen Vernetzung in der Industrie möglich sein wird. Doch zum Start ging es um etwas anderes: um Europa.

Schwedens Ministerpräsident Löfven und Kanzlerin Merkel.
Schwedens Ministerpräsident Löfven und Kanzlerin Merkel.
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Mit Appellen zur Stärkung der EU hat die als weltgrößte Industrieschau geltende Hannover Messe begonnen. "Wir müssen als Europäer gemeinsam handeln, eine gemeinsame Position finden", sagte Kanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnungsfeier am Sonntag. Protektionismus schade allen. Die EU-Kommission werde noch in diesem Jahr Vorschläge machen, wie auf internationale Wettbewerbsverzerrungen, aber auch die Digitalwirtschaft zu reagieren sei. "Wenn wir einfach so weitermachen wie bisher, dann wird das nicht ausreichen", sagte die CDU-Politikerin.

Der Staat solle zwar niemals denken, er sei der bessere Unternehmer. "Ich bleibe eine großer Befürworterin von Marktoffenheit und freiem Handel", betonte sie, sagte jedoch auch: "Aber wir erleben, dass sich die Spielregeln verändern, und deshalb brauchen wir Antworten auf verschiedene Fragen." Das könnten keine nationalen Alleingänge sein.

"Europa muss als Industriestandort weiterentwickelt werden"

Es ist Zeit zu staunen und zu verstehen, dass es immer noch so unendlich viel zu lernen gibt.
Stefan Löfven, Schwedens Ministerpräsident

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven aus dem diesjährigen Partnerland plädierte für den industriellen Schulterschluss zwischen Deutschland und seinem Land und meinte: "Wir können eine Menge voneinander lernen." Um beim technologischen Wandel vorne mit dabei zu sein, müssten alle gesellschaftlichen Akteure zusammenarbeiten. Nicht der Wandel, sondern der Stillstand sei gefährlich: "Es ist Zeit zu staunen und zu verstehen, dass es immer noch so unendlich viel zu lernen gibt", forderte er.

Auch Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), hielt ein Plädoyer für eine europäische Erneuerung und forderte Konsequenzen aus dem geplanten britischen EU-Austritt. "Der Brexit muss Ausgangspunkt für eine Erneuerung sein", betonte er. Die EU werde sich verändern müssen, wolle sie weiter Gewicht haben - sonst drohten politischer Rückschritt und eine Schwächung der politischen Mitte. "Das dürfen wir nicht zulassen, und hier sind wir alle gefordert, auch die Industrie." Mehr Mut und europäische Gesinnung sei erforderlich. "Klar ist: Europa muss als Industriestandort weiterentwickelt werden", forderte er. Die Industrie benötige keine Abschottung, sondern Luft zum Atmen.

China sei für sie mehr Chance als Gefahr. Ziesemer: "Aber wir brauchen auch gleiche Regeln für alle." Die Messe sei auch ein Seismograph für das technische und gesellschaftliche Umfeld, meinte er mit Blick auf die Diskussionen und Job-Ängste rund um das Thema.

"Wir schlagen nächstes Kapitel auf"

"Die Hannover Messe 2019 zeigt, dass wir schon wieder das nächste Kapitel aufschlagen", meinte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. In einer einzigartigen Phase der Wirtschaftsgeschichte vermittle die Messe eine Vorstellung der Massenproduktion von morgen, die zunehmend Platz für Sonderanfertigung nach individuellen Kundenwünschen lässt. "Auch für die Politik ist es eine maximal anspruchsvolle Zeit", meinte der SPD-Politiker mit Blick auf die grundlegenden Veränderungen, die die Industrie 4.0 auch für die Arbeitswelt mit sich bringe.

Insgesamt 6.500 Aussteller aus 75 Ländern zeigen bis zum 5. April den neuesten Stand bei den Möglichkeiten vernetzter Produktionsabläufe ("Industrie 4.0"). Im Fokus der Industriemesse stehen künstliche Intelligenz, das maschinelle Lernen sowie der Mobilfunkstandard 5G, der etwa für das autonome Fahren als Voraussetzung gilt.

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