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Hannover Messe - Deutsche Industrie im digitalen Strudel

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Die Hannover Messe 2018 zündet die nächste Stufe der "Industrie 4.0". Aber sind die deutschen Unternehmen bereit für den Mitflug? Nur bedingt, sagt eine aktuelle Bitkom-Studie.

Digitale Steuereinheit auf einer Produktionslinie
Digitale Steuereinheit auf einer Produktionslinie Quelle: dpa

Maschinen, die sich selbst optimieren, Roboter, die mit ihren menschlichen Kollegen interagieren, und die Smart Factory, in der alles vernetzt ist: Industrie 4.0 verändert die Art, wie wir arbeiten. In der digitalen Transformation sehen Experten immense Chancen für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung. Wie schnell die deutschen Unternehmen den digitalen Wandel umsetzen, ist daher entscheidend für Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit. Druck entstehe auch durch die immer kürzer werdenden Innovationszyklen für IT-Lösungen in smarten Fabriken, erklärt Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom. "In Hannover zeigt sich so gut wie nirgendwo sonst, welch rasanten Wandel unsere Fabriken hinter sich haben – und was ihnen noch bevorsteht", sagt Berg.

Studie beklagt fehlende Gesamtstrategien

Wie weit die Unternehmen schon sind, zeigt eine pünktlich zum Start der Hannover Messe vorgestellte Bitkom-Studie. Dafür hat der Verband über 500 Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. Die Quintessenz: Es hat sich viel getan. Jede vierte Maschine in deutschen Fabriken ist heute schon smart und arbeitet vernetzt. Aber: Drei von vier Industrieunternehmen sagen auch, dass die hohen Investitionskosten sie zurückhaltend agieren lassen. Dazu kommen Befürchtungen hinsichtlich des Datenschutzes und das Problem, entsprechende Fachkräfte zu finden. Für jedes zehnte befragte Unternehmen ist Industrie 4.0 auch 2018 noch überhaupt kein Thema.

Nur gut die Hälfte der produzierenden Unternehmen hat hinsichtlich der künftigen Smart factory bereits ein Gesamtkonzept, bemängelt die Studie außerdem. 42 Prozent der Firmen verfolgten lediglich eine 4.0-Strategie für einzelne Unternehmensbereiche. Um die Chancen der Zukunftstechnologien zu nutzen, komme es aber darauf an, alle Bereiche konsequent digital aufzustellen. "Alte Geschäftsmodelle funktionieren noch gut, gerade in Hochkonjunktur-Zeiten wie jetzt. Das Geschäft von morgen ist aber ausschließlich digital und darauf müssen wir uns entschlossen vorbereiten," sagt Bitkom-Präsident Berg.

Vor allem der Mittelstand agiert noch sehr vorsichtig beim Internet der Dinge. Und oftmals endet die digitale Intelligenz an den Fabriktoren. Die Zukunft, das zeigt die Hannover Messe, liegt aber nicht nur in verbesserten Herstellungsprozessen, sondern auch darin, das Produkt dauerhaft mit dem Internet zu verbinden -  für eine problemlose Fernwartung etwa oder um den Kunden zusätzliche datenbasierte Smart Services anzubieten.

Laut Selbsteinschätzung: Gute Ausgangslage für Deutschland

Welche Nation ist beim Thema 4.0 führend? Die deutschen Unternehmen sehen sich da unter den Top drei, knapp hinter den USA und Japan. Deutschland sei in einer guten Ausgangslage, bestätigt auch Bitcom-Chef Achim Berg. Aber nicht nur die Unternehmen, auch Verbände, Gewerkschaften und Politik sind gefragt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Zeitalter der Digitalisierung zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Für den Standort Deutschland sind eine gute digitale Infrastruktur und ein schnelles Internet immens wichtig. Denn die Fabrik der Zukunft wird immer unabhängiger vom Standort. Wenn die in Hannover ausgerufene nächste Stufe der Industrie 4.0 in Deutschland zünden soll, müssen die deutschen Unternehmenslenker, aber auch die politischen Entscheider die richtigen Weichen stellen.

Mit dem traditionellen Rundgang der Bundeskanzlerin wurde die weltweit wichtigste Industriemesse in Hannover eröffnet. Partnerland in diesem Jahr ist Mexiko.

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