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Hauptversammlung - Wachstumsschmerzen bei Fraport

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Fraport wächst - in Frankfurt und international. Doch gerade am Heimatflughafen häufen sich die Beschwerden. Auf der Hauptversammlung gelobt der Flughafenbetreiber Besserung.

Fraport: Starkes Geschäftsjahr
archiv - 15.04.2011 - reger betrieb herrscht auf dem flughafen von frankfurt am main. (zu dpa
Quelle: dpa

"Wir haben unsere Ziele voll erreicht und sind sehr gut aufgestellt, um die positive Entwicklung fortzusetzen." Es waren gute Zahlen, die Fraport-Chef Stefan Schulte den versammelten Aktionären in der Frankfurter Jahrhunderthalle verkünden konnte.

Kritik an Sicherheitskontrollen

Und doch steht das Unternehmen in der Kritik: Denn 64,5 Millionen Passagiere allein im vergangenen Jahr - gut sechs Prozent mehr als im Vorjahr - nur am Heimatflughafen Frankfurt stellen Fraport vor erhebliche Probleme. Und das vor allem bei den Sicherheitskontrollen.

Die werden von Fluggesellschaften immer wieder moniert, zuletzt von der Lufthansa. Deren Chef Carsten Spohr kritisierte vor einigen Wochen, der Frankfurter Flughafen sei zum einen das teuerste Drehkreuz im Lufthansa-System. Und zum anderen erfülle es aktuell nicht die Premium-Qualitätserwartungen der Lufthansa-Kunden: "Solange das noch nicht der Fall ist, verlagern wir weiter unser Wachstum verstärkt nach München, Zürich und Wien"“, kündigte Spohr auf der Hauptversammlung der Lufthansa an.

Kritik und Drohung sind bei Fraport angekommen. So drängt das Unternehmen darauf, die Sicherheitskontrollen für die Passagiere selbst organisieren zu dürfen. Nach Paragraph fünf des Luftsicherheitsgesetzes ist dies eigentlich eine hoheitliche Aufgabe, um die sich die Bundespolizei kümmert. Die aber hat die Kontrollen von Passagieren und Gepäck auch schon an private Sicherheitsdienste ausgelagert. Man führe derzeit Gespräche mit dem Bundesinnenministerium, sagte Fraport-Chef Schulte in der Hauptversammlung.

Weitere Kontollpunkte angekündigt

Um der Passagiermassen Herr zu werden, hatte der Flughafenbetreiber in der vergangenen Woche angekündigt, kurzfristig weitere Kontrollstellen einzurichten. Das ist dringend nötig, weil in den ersten vier Monaten die Steigerungsrate noch weiter zugelegt hat – da wurden 8,7 Prozent mehr Passagiere abgefertigt als zwischen Januar und April 2017. Auf mittlere Sicht möchte Fraport deshalb die Kontrolle des Handgepäcks von der Bundespolizei übernehmen. Dabei wolle man die Prozesse ändern, um die Abläufe flexibler zu gestalten und zu beschleunigen: "Wir möchten in den Verträgen mit Dienstleistern Leistungsanreize setzen. und wir möchten modernste Technik schneller beschaffen können", sagte Schulte.

Denn bei den Sicherheitskontrollen seien die Prozessabläufe zu ineffizient, hatte er vor einigen Tagen gesagt. Das Wachstum in Frankfurt gehe aber vor allem auf die traditionellen Netzwerk-Fluggesellschaften zurück, vor allem auf die Lufthansa, sagte Schulte - und nicht auf die Billigairlines.

Immer wieder Ärger wegen Nachtflugverbot

Doch die bringen Fraport Ärger mit den Anwohnern wegen verspäteter Nachtflüge. Da ist es vor allem der irische Billigflieger Ryanair, der seit gut einem Jahr den Frankfurter Flughafen anfliegt. Seit Beginn des Sommerflugplans Ende März seien im April 40 Maschinen erst nach 23 Uhr gelandet, hatte der Deutsche Fluglärmdienst gemeldet. Am Frankfurter Flughafen dürfen aber Flugzeuge zwischen 23 Uhr und 5 Uhr eigentlich nicht landen.

38 Ryanair-Maschinen waren es laut der Statistik des Verkehrsministeriums. Ein gutes Dutzend der irischen Flieger sei zudem die Landung untersagt worden, weil sie den Flughafen erst nach Mitternacht hätten anfliegen wollen. Nun hat Ryanair immerhin zugesagt, von Juni an die Abflugzeiten von zwei späten Flügen vorzuverlegen. Es sind jedoch nicht nur die Iren, die das Nachtflugverbot aus Sicht der Anwohner "durchlöchern". Auch andere Fluggesellschaften wie der Ferienflieger Condor kämen notorisch zu spät.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber ist aber auch weltweit aktiv: An 26 Flughäfen ist Fraport beteiligt, darunter etwa der im türkischen Antalya, im indischen Delhi oder im peruanischen Lima. Dazu zählen aber auch 14 Regionalflughäfen in Griechenland und zwei brasilianische Flughäfen.  Das internationale Geschäft gewinnt also an Bedeutung, und das zeigt sich in den Zahlen: Lag dessen Anteil am operativen Ergebnis 2016 noch bei knapp einem Viertel, trägt es inzwischen fast ein Drittel dazu bei.

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