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Siemens-Tochter - Healthineers' Börsenstart geglückt

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Die Siemens-Tochter Healthineers ist an der Börse gestartet. Allerdings musste Siemens vorher Erwartungen nach unten schrauben. Dafür kam ein Überraschungsgast auf das Parkett.

Die Siemens-Medizintechniktochter Healthineers ist an die Börse gegangen. Weshalb das Unternehmen hauptsächlich in den USA produzieren wird, erklärt ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

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Ausgerechnet an diesem Morgen: Der Börsensaal in Frankfurt platzt förmlich aus allen Nähten, überall stehen Männer und Frauen in dunklen Anzügen auf dem Parkett herum, es ist kaum ein Durchkommen für diejenigen, die hier arbeiten und vielleicht mal den Ort wechseln müssen. Dann die Durchsage: Wegen technischer Probleme mit dem Xetra-Handelssystem kann der offizielle Handel heute erst verspätet beginnen. Eine technische Panne des elektronischen Xetra-Handels, ausgerechnet am Tag des fünftgrößten Börsenganges, den das Land je erlebt hat.

Börsengang geglückt

Um kurz nach zehn ist es dann so weit. Der erste Preis der Aktie wird ausgerufen: 29,10 Euro. Applaus brandet auf, Erleichterung, Durchatmen. "Wir sind sehr froh", sagte Healthineers-Chef Bernd Montag nach dem geglückten Börsengang. "Das war eine ganz spannende Zeit für uns, und ich glaube, das ist ein Moment, der uns immer in Erinnerung bleibt."

Alles in allem ist es schließlich ein erfolgreicher Börsengang, der hier in Erinnerung bleiben wird. Die Aktien haben bei Anlegern im freien Handel an der Börse offenbar Anklang. Denn platziert wurden die Papiere mit 28 Euro bei interessierten Investoren - und das war eher das untere Ende der im Vorfeld anvisierten Preisspanne. Die obere Grenze von 31 Euro wurde also nicht ausgereizt. Etwas überspitzt könnte man auch sagen: Angesichts der nach unten angepassten Erwartungen musste der Börsengang nun eben formell auch gelingen. Beobachter waren zunächst von einem Börsenwert von Healthineers von bis zu 40 Milliarden Euro ausgegangen - so sind es nun nach Beginn des Handels mit den Aktien rund 29 Milliarden.

Mehr Spielraum in der Eigenständigkeit

15 Prozent - das sind 150 Millionen Aktien - hat Siemens durch den Börsengang unter Investoren gebracht und hat damit 4,2 Milliarden Euro eingenommen. Größer waren die Emmissionserlöse bei Börsengängen hierzulande bislang nur bei der Deutschen Telekom, der Deutschen Post, bei der ehemaligen Siemens-Tochter Infineon und dem Börsengang der RWE-Abspaltung Innogy vor rund eineinhalb Jahren. Die übrigen 85 Prozent an Healthineers will Siemens vorerst behalten. Kein Wunder, denn die Tochter trägt erheblich zu den Gewinnen des Konzerns bei. Das Geld für den Börsengang fließt vollständig in die Kassen der Konzernmutter. Mit den 150 Millionen frei handelbaren Aktien könnte es für Healthineers aber trotzdem reichen, schon bald in die zweite Börsenliga, den MDax, aufzusteigen.

Die Siemens-Medizintechniktochter Healthineers hat durch den Börsengang rund vier Milliarden Euro eingenommen. Der Abgabepreis für die Aktie liegt bei 28 Euro.

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Der Börsengang soll Healthineers mehr Spielraum geben, um sich in der Konkurrenz am Markt besser behaupten zu können. Die Aktien können nun nämlich als Kapital fungieren, um mögliche Übernahmen zu finanzieren - etwa über den Tausch von Aktien. Konkrete Übernahmepläne hat das Unternehmen bislang aber noch nicht. Konzernchef Montag rechnet aber mit einem positiven Schub für sich und seine Mannschaft. "So etwas setzt psychologisch auch noch einmal Kräfte frei: Es ist ein Unterschied, ob 47.000 Mitarbeiter am Morgen aufwachen und denken, heute möchte ich für dieses Unternehmen und die Medizin der Zukunft arbeiten - oder ob man sich in einem größeren Ganzen sieht." Der Vorteil der Selbstständigkeit von Unternehmen wie Healthineers liegt überdies auf der Hand: Sie können sich besser auf ihr Geschäft konzentrieren und Investitionen dorthin lenken, wo sie am meisten Nutzen bringen.

Manuel Neuer gibt sich die Ehre in Frankfurt

Manuel Neuer (Torwart des FC Bayern München) bei dem Börsengang Siemens Healthineers am 16.03.2018 in Frankfurt am Main
Manuel Neuer, Torwart des FC Bayern München, ist Gast beim Börsenstart der Siemens-Tochter. Quelle: dpa

Hinter dem Firmenchef ist an diesem Vormittag auf dem Börsenparkett ein mannshoher Apparat aufgebaut, darin eine Hohlröhre, in die eine Bare geschoben werden kann. Es ist ein Magnetresonanztomograph von Siemens Healthineers. Auf dem bläulich leuchtenden Display ist die Abbildung eines stilisierten Menschen zu sehen. Darüber ist zu lesen: Manuel Neuer. Nach dem Ausruf des ersten Aktienkurses für das Unternehmen kommt Bewegung in die um den Apparat herum stehenden Menschen. Der Nationaltorhüter höchstselbst gibt sich die Ehre. Allerdings: kein Kommentar von ihm. Immerhin ringt er sich auf Nachfrage ein Lächeln für die anwesenden Fotographen ab. Drei Minuten später ist er aus dem Börsensaal auch schon wieder durch einen Seitenausgang verschwunden. "Wir sind seit einiger Zeit stolzer Partner des FC Bayern", erklärt Bernd Montag. Er sei froh, dass der Verein aus seiner Geburtsheimat ihn an diesem wichtigen Tag unterstütze.

Der Börsenneuling ist Weltmarktführer im Bereich von Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie. Außerdem bietet Healthineers Systeme für Laborauswertungen und moderne Chirurgie-Verfahren mit minimalen Operationswunden an. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei fast 14 Milliarden Euro. Knapp 48.000 Mitarbeiter arbeiten für den Konzern mit Hauptsitz in Erlangen bei Nürnberg.

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