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Demonstranten sorgen wieder für Chaos am Flughafen

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Proteste in Hongkong - Demonstranten sorgen wieder für Chaos am Flughafen

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Der Protest in Hongkong reißt nicht ab - wieder haben Aktivisten den Flughafen blockiert. Wie erfolgreich die Bewegung sein wird, hängt auch von einer Massendemo am Wochenende ab.

Bei Protesten Tausender Regierungskritiker im Flughafen Hongkong ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dutzende Beamte mit Schlagstöcken, Helmen und Schilden drangen am Dienstagabend in den von Aktivisten besetzten Airport ein, der wegen der Blockade stundenlang komplett lahmgelegt war.

Chinas Militär an Hongkongs Stadtgrenze?

In der Nacht (Ortszeit) beruhigte sich die Lage wieder. Die meisten Aktivisten gingen nach Hause, auch die Polizei zog sich zurück. Auf dem Flughafen landeten wieder Flugzeuge.

In der Sieben-Millionen-Metropole kommt es seit gut zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Gewalt enden. Auslöser war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung.

ZDF-Korrespondent glaubt an massiveren Polizeieinsatz

Für ZDF-Korrespondent Ulf Röller zeigen die Bilder am Flughafen das Dilemma, in dem die chinesische Führung steckt. "Denn welche Entscheidung sie auch immer trifft, es kommt mit einem hohen Preis." Ein Niederknüppeln der Bewegung würde Peking an den Pranger stellen und zeigen, dass es ein autoritäres Regime ist. "Lässt man die Proteste und die Demonstrationen weiter zu, dann wirkt die chinesische Führung schwach, sie wirkt vorgeführt", betonte er. "Deshalb glaube ich eigentlich, dass in den nächsten Tagen etwas passiert und der Einsatz der Polizei massiver wird."

Kommt dieser Protest zustande, erhöht sich der Druck auf China, kommt dieser Protest nicht zustande, glaube ich wäre das eine große Schwächung für diese Protestbewegung.
ZDF-Korrespondent Ulf Röller

Die Studenten seien mit der Besetzung des Flughafens zufrieden, ein Demonstrant habe dem ZDF berichtet, dass der erste Tag gut gelaufen sei, weil die Weltöffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit auf Hongkong gerichtet habe. Der Dienstag sei in den Augen vieler jedoch zu viel gewesen. Auch die Bilder von Gewalt seien nicht gut für die Bewegung, habe der Demonstrant gesagt.

Nach einer geplanten Pressekonferenz am Mittwoch, bei der es auch eine Entschuldigung geben könnte, planen die Studenten am Sonntag einen weiteren Massenprotest mit bis zu 500.000 Menschen. "Damit ein Bild gezeigt wird von diesen Protesten, die eben nicht nur gewalttätig sind, sondern dass dieser Protest wirklich aus der Mitte der Gesellschaft in Hongkong kommt. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dieser Sonntag. Kommt dieser Protest zustande, erhöht sich der Druck auf China, kommt dieser Protest nicht zustande, glaube ich wäre das eine große Schwächung für diese Protestbewegung", sagt ZDF-Korrespondent Röller.

Hongkonger haben Angst um Meinungsfreiheit

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, dass Chinas Militär Truppen an der Grenze zu Hongkong in Stellung gebracht habe. Darüber sei er von den US-Geheimdiensten informiert worden. Er mahnte, alle Beteiligten sollten Ruhe bewahren und für Sicherheit sorgen. Kurz zuvor hatte Trump mit Blick auf die angespannte Lage gesagt: "Ich hoffe, niemand wird verletzt. Ich hoffe, niemand wird getötet."

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

Demonstranten halten Männer fest

Nach einem Bericht der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" drangen die Polizisten am Abend in das Flughafengebäude ein, um einem Mann zu helfen, der über Stunden von Demonstranten festgehalten und beschuldigt worden sei, ein Agent vom chinesischen Festland zu sein. Sanitäter brachten den Mann schließlich aus dem Flughafen. Vor dem Gebäude wurden demnach Polizeifahrzeuge angegriffen und Fenster eingeschlagen.

Die Demonstranten hielten zeitweise auch einen zweiten Mann fest, den sie ebenfalls beschuldigten, als Agent zu arbeiten. Sie fesselten ihn mit Kabelbindern, einige Demonstranten versuchten ihn zu schlagen. Hu Xijin, Chefredakteur der chinesischen Zeitung "Global Times" schrieb auf Twitter, dass es sich bei den Mann um einen Reporter seiner Zeitung gehandelt habe. Er sei von der Polizei befreit und ins Krankenhaus gebracht worden.

Augenpflaster und -Klappen aus Protest

Wegen der Blockade fielen seit dem Vormittag etliche Flüge aus. Nachmittags (Ortszeit) stoppte der Airportbetreiber dann den gesamten Check-In-Service für alle restlichen Flüge des Tages. Der Flughafen ist das zentrale Drehkreuz für Langstreckenflüge über China und Südostasien.

Tausende Anhänger der Protestbewegung hatten wie schon am Montag die Ankunfts- und Abflughallen besetzt. Mit Gepäckwagen und anderen Gegenständen wurden Barrikaden errichtet. Die Polizei hatte sich tagsüber zunächst zurückhaltend verhalten. Viele Demonstranten trugen Augenpflaster oder Augenklappen, um auf die schwere Augenverletzung einer Aktivistin aufmerksam zu machen, die bei Ausschreitungen am Wochenende von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden war.

Chinas Regierung fordert Ende der Gewalt

Regierungschefin Carrie Lam stellte sich am Dienstag trotz massiver Kritik der Demonstranten hinter die Sicherheitskräfte. Die Polizei habe zuletzt "große Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen". Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmen, wie die Einsätze abliefen.

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, hatte den gewaltbereiten Demonstranten am Montag "erste Anzeichen von Terrorismus" vorgeworfen. Zu Beginn der Woche verbreiteten Staatsmedien zudem Videos von gepanzerten Fahrzeugen der paramilitärischen Polizei, die in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong zusammengezogen wurden. Es habe sich um eine Übung gehandelt, hieß es.

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