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UN: Heißeste Fünf-Jahres-Periode - Meeresspiegel steigt im Jahr um vier Millimeter

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Der Meeresspiegel steigt inzwischen um vier Millimeter pro Jahr - das melden die UN. Grund ist das schnellere Schmelzen der Eiskappen: Die letzten fünf Jahre waren so heiß wie nie.

Wellen an einem Strand von Mykonos
Der Meeresspiegel steigt schneller - in den letzten zehn Jahren von drei auf vier Millimeter pro Jahr.
Quelle: dpa

Die letzten fünf Jahre werden nach UN-Angaben der weltweit wohl heißeste Zeitraum der Geschichte sein. Entsprechende Schätzungen von Anfang 2015 bis Ende 2019 veröffentlichte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) heute - einen Tag vor dem UN-Klimagipfel in New York.

Demnach werden die durchschnittlichen globalen Temperaturen in der jetzigen Fünf-Jahres-Zeitspanne "auf 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) und 0,2 Grad Celsius wärmer als 2011-2015 geschätzt". Die aktuellen Daten bestätigten den UN-Experten zufolge den Trend der vergangenen vier Jahre, die bereits als die heißesten seit 1850 galten.

Rekordwerte bei Treibhausgasen

Auch die weltweiten Treibhausgas-Emissionen stiegen laut dem Bericht weiter an. Messungen von Klimaforschern hätten für 2015 bis 2019 Rekordwerte von Kohlenstoffdioxid, Methan und anderen klimaerwärmenden Gasen gezeigt, hieß es. Kohlenstoffdioxid verbleibe in der Atmosphäre für Jahrhunderte und in den Ozeanen sogar noch länger. Das bedeute, dass sich die Erderwärmung fortsetze.

Archiv: Rauch und Dampf steigen am 07.12.2011 aus den Kühltürmen und Schornsteinen des RWE-Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf bei Grevenbroich
Insgesamt befinden sich laut WMO in der Atmosphäre so viele Treibhausgase wie noch nie zu Lebzeiten des Menschen.
Quelle: dpa

Das führe zu mehr extremen Wettersituationen wie Stürme und Überschwemmungen. Ein weiteres Ergebnis der Erderwärmung ist ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels. In den vergangenen zehn Jahren nahm demnach der Anstieg von drei Millimetern pro Jahr auf vier Millimeter zu, was auf das beschleunigte Schmelzen der Eiskappen am Nord- und Südpol zurückzuführen sei. Dies sei durch Studien und Satellitenbeobachtungen bestätigt worden. Unter anderem wegen des steigenden Meeresspiegels plant Indonesien sogar den Umzug seiner Hauptstadt.

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von Özden Terli

UN-Generalsekretär will ehrgeizigeren Klimaschutz

Der Bericht wurde im Vorfeld des UN-Sondergipfels zum Klima in New York am Montag veröffentlicht. Auf dem von UN-Generalsekretär Antonio Guterres organisierten Treffen sollen die Staats- und Regierungschefs aufgefordert werden, sich ehrgeizigere Ziele zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu setzen.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurde als Ziel festgesetzt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Laut dem aktuellen UN-Bericht müssen die Staaten dafür ihre Bemühungen um eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes um das Fünffache verstärken.

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