Sie sind hier:

Herbstgutachten - Forscher senken Wachstumsprognose deutlich

Datum:

Weltweite Handelskonflikte und der drohende Brexit bremsen die deutsche Wirtschaft weiter aus. Führende Forschungsinstitute senken in ihrem Herbstgutachten ihre Prognose deutlich.

Deutschlands Wirtschaft schwächelt arg: Ein Balanceakt am Rand der Rezession. Heftig kritisierten heute die Wirtschaftsinstitute die Bundesregierung. Sie fordern den Staat auf, jetzt wieder moderat Schulden zu machen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Waren die Wissenschaftler für dieses Jahr bisher noch von einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent ausgegangen, liegt die Prognose jetzt nur noch bei 0,5 Prozent. Im kommenden Jahr rechnen sie mit einem Plus von 1,1 Prozent, wie die Forscher bei der Vorstellung ihres Herbstgutachtens mitteilten. Zuvor hatten sie mit 1,8 Prozent gerechnet.

Industrie in der Rezession

Die Industrie befindet sich in der Rezession, ihre Produktion ist seit gut eineinhalb Jahren rückläufig.
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

"Die Industrie befindet sich in der Rezession, ihre Produktion ist seit gut eineinhalb Jahren rückläufig, was maßgeblich für die konjunkturelle Schwäche ist", heißt es nun in dem Gutachten. Diese Flaute strahle allmählich auch auf unternehmensnahe Dienstleister aus.

Nach dem Schrumpfen der Wirtschaft im Frühjahr dürfte das BIP auch im abgelaufenen dritten Quartal gesunken sein, erklärten die Ökonomen. Sie betonten aber: "Eine Konjunkturkrise mit einer ausgeprägten Unterauslastung der deutschen Wirtschaft ist trotz rückläufiger Wirtschaftsleistung im Sommerhalbjahr 2019 nicht zu erwarten." Allerdings hätten die Handelskonflikte der USA mit China und der EU sowie die Unklarheit über die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU die Unsicherheit erhöht: "Mit negativen Folgen für die Investitionen weltweit", fügten die Forscher hinzu.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Altmaier sieht keine Konjunkturkrise

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht die Konjunktur trotz derzeitiger Schwäche nicht in einem kräftigen Abwärtsstrudel. "Wir haben aktuell keine Konjunkturkrise", sagte Altmaier in Berlin. Eine solche Krise drohe auch nicht. Die Aussichten seien allerdings durch die internationalen Handelskonflikte und die ungeklärte Brexit-Frage gedämpft.

Die sogenannte Gemeinschaftsdiagnose der Forschungsinstitute dient der Bundesregierung als Basis für ihre eigenen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden. Erarbeitet wird das Gutachten vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle.

Forscher empfehlen Aufgabe der "Schwarzen Null"

Angesichts der Konjunkturflaute empfehlen die Forscher der Bundesregierung, bei einer weiteren Abschwächung der Wirtschaft nicht länger am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts festzuhalten.

Die Institute sehen "derzeit kein Anlass für konjunkturpolitischen Aktionismus". Der wirksamste finanzpolitische Stabilisierungsbeitrag bestehe darin, "die öffentlichen Haushalte mit der Konjunktur atmen zu lassen". Dazu biete die Schuldenbremse explizit Spielraum.

Klimapaket der Regierung "wenig ambitioniert"

Außerdem kritisieren die Forscher das Klimaschutzpaket der Bundesregierung. Die geplante stärkere Bepreisung des CO2-Ausstoßes sei zwar ein geeignetes Instrument, um Emissionsziele mit minimalem Aufwand zu erreichen, heißt es im Gutachten. Allerdings seien die Preiskorridore für die Jahre 2021 bis 2025 "wenig ambitioniert".

Die Gutachter empfehlen einen höheren Einstiegspreis bei der CO2-Bepreisung für den Verkehrs- und Gebäudebereich. Damit würden nach Ansicht der Institute auch "viele der kleinteiligen Bestimmungen" in dem Klimapaket der Bundesregierung entbehrlich.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.