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Kritik an Parteichef Seehofer - Herrmann: "CSU hat bessere Zeiten erlebt"

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Die Personaldebatte um Parteichef Seehofer sei angesichts der laufenden Sondierungsgespräche "nicht gerade hilfreich", sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im ZDF.

Die Nachfolge-Debatte um Parteichef Seehofer sei angesichts der laufenden Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition "nicht gerade hilfreich", sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im ZDF.

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Eigentlich habe man sich parteiintern darauf geeinigt, "dass wir bis zum Abschluss der Sondierungsgespräche keine Personaldiskussionen führen", sagt Herrmann, "doch leider halten sich da eine Reihe von Parteifreunden nicht daran".

Warnung vor Spaltung der Partei

Gemeint ist damit sicher auch der bayerische Finanzminister Markus Söder und sein Auftreten am vergangenen Wochenende bei der Landesversammlung der Jungen Union Bayerns in Erlangen. Während sich die Junge Union für einen "personellen Neuanfang" in der CSU aussprach, lobte Söder die jungen Delegierten ausdrücklich für ihren Mut, und heizte die Debatte damit weiter an. Verwunderlich ist das nicht, da Söder selbst seit Jahren in den Startlöchern steht, um die Nachfolge Seehofers anzutreten.

Indessen warnt die bayerische Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, deren Name ebenfalls immer wieder im Zusammenhang mit der Seehofer-Nachfolge genannt wird, vor einer Spaltung der Partei.

Vorbereitung auf Landtagswahl 2018

Die Personaldebatte mitten in den Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition sei "nicht gerade hilfreich" räumt Herrmann am Abend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" ein. "Die CSU hat insgesamt zweifellos schon bessere Zeiten erlebt", so der bayerische Innenminister.

Das bezieht sich auch auf das katastrophale Wahlergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl. Die CSU hatte mit 38,8 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis seit 60 Jahren eingefahren. Damit wuchs auch die Kritik an Parteichef Seehofer, insbesondere im Hinblick auf die im nächsten Jahr anstehende Landtagswahl in Bayern. Wie sich die Partei dafür aufstellt, will sie auf dem CSU-Parteitag Mitte Dezember entscheiden.

Nicht nur die Jamaika-Sondierungen verlangen der CSU alles ab, auch intern brodelt es gewaltig. Der Kampf um die Seehofer-Nachfolge ist entbrannt. Während der Parteichef in Berlin weilt, sägt man in Bayern an seinem Stuhl.

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Positive Sondierungsbilanz

Im Hinblick auf die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition zieht Herrmann eine positive Bilanz. Die Verhandlungen liefen gut, und "dass es zwischen CSU und Grünen nur eine sehr begrenzte Zahl von Schnittmengen gibt, das ist nicht völlig überraschend", betont Herrmann. Deshalb gebe es bei den Anhängern der CSU viele, die sich nicht unbedingt eine Koalition mit den Grünen gewünscht hätten, was aber umgekehrt genauso gelte.

Trotzdem sei es Aufgabe der Parteien das Wählervotum ernst zu nehmen und zu versuchen, "eine tragfähige Grundlage für die Bundesregierung zu zimmern", sagt der CSU-Politiker. "Ich weiß heute noch nicht, ob das gelingt, aber ich glaube, wir sollten in den nächsten Tagen hart daran arbeiten, ein positives Ergebnis zu erreichen", sagt Herrmann im ZDF.

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