Sie sind hier:

Nächste Amtszeit für Orban? - Ungarn wählen ein neues Parlament

Datum:

Knapp acht Millionen Ungarn sind heute aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Klarer Favorit ist Ministerpräsident Viktor Orban mit seiner Partei Fidesz.

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban Quelle: reuters

In Ungarn hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Die knapp acht Millionen Wahlberechtigten stimmen über eine weitere Amtszeit des rechtsnationalistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban ab. Letzte Umfragen lassen erwarten, dass der seit 2010 regierende Orban und seine Partei Fidesz erneut eine Mehrheit im Budapester Parlament bekommen. Hinter Fidesz liegen in den Umfragen die rechtsextreme Partei Jobbik und die linken Sozialisten. Um die 199 Mandate bewerben sich insgesamt 23 landesweite Parteilisten und 1.547 Direktkandidaten. Die Wahllokale schließen um 19.00 Uhr MESZ, im Anschluss werden erste Prognosen erwartet.

Orban spricht von "Schicksalswahl"

Orban hatte die Parlamentswahl als "Schicksalswahl" bezeichnet. "Wieder will man uns die Heimat wegnehmen", sagte der rechtsnationale Politiker bei der Abschlusskundgebung seiner Fidesz-Partei am Freitag in Szekesfehervar 70 Kilometer südwestlich von Budapest. "Parteien, die fremden Interessen dienen, und Politiker, die in fremdem Sold stehen, wollen regieren und Ungarn zum Einwanderungsland machen", rief Orban vot mehreren tausend Anhängern in der Krönungsstadt der mittelalterlichen ungarischen Könige.

Die "alchemistischen Labore" der EU, der UN und des US-Milliardärs George Soros würden bereits Pläne auskochen, um im Falle eines Wahlsiegs der Opposition "noch in diesem Jahr 10.000 Migranten in Ungarn anzusiedeln", behauptete Orban. Nur er und ein von Fidesz dominiertes Parlament seien in der Lage, das zu verhindern.

EU-Quotenbeschluss abgelehnt

Soros, ein aus Ungarn stammender Holocaust-Überlebender, hatte sein Geld als Börsenspekulant gemacht - heute unterstützt er Zivilorganisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Weder von der EU noch von der UN oder den Organisationen, die Soros unterstützt, existieren Pläne, 10.000 Asylsuchende nach Ungarn zu schicken. Einen Quotenbeschluss der EU aus 2016, 120.000 Asylbewerber aus italienischen und griechischen Aufnahmelagern über die EU-Länder zu verteilen, hat Budapest strikt abgelehnt. Auf Ungarn wären damals 1.300 Asylbewerber entfallen.

Die Opposition wirft Orban den Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie systematische Korruption vor.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.