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Alle Braunkohle-Reviere - Das sind Deutschlands letzte Tagebaue

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Braunkohle gilt zwar als Auslaufmodell. Bis auf Weiteres ist der Energieträger aber unverzichtbar. Wo er gewonnen wird und wie viele Arbeitsplätze er sichert - eine Übersicht.

Karte - Braunkohle in Deutschland
Quelle: ZDF/DEBRIV

Die Tagebaue im Rheinland

1: Tagebau Garzweiler

Den Tagebau Garzweiler gibt es seit 1983. Er ist ein Zusammenschluss der Abbaufelder Frimmersdorf-Süd und Frimmersdorf-West. Seit 2006 breitet sich der Tagebau in Richtung Westen aus - als Anschlussfeld Garzweiler II. Vier Ortschaften wurden dafür bereits umgesiedelt. Sieben weiteren Ortschaften steht der Umzug noch bevor. Das betrifft insgesamt 1.700 Einwohner.

  • Derzeitige Abbaufläche: 31 Quadratkilometer
  • Genehmigte Abbaufläche: 110 Quadratkilometer
  • Bereits rekultivierte Fläche: 45,7 Quadratkilometer
  • Kohleförderung: 30 bis 40 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: etwa 1,2 Milliarden Tonnen Braunkohle
  • Mitarbeiter: etwa 1.520, davon etwa 80 Auszubildende
  • Betreiber: RWE
Ein Schaufelradbagger im Tagebau Garzweiler
Ein Schaufelradbagger im Tagebau Garzweiler. Quelle: dpa

2: Tagebau Inden

Der Tagebau Inden soll noch bis 2030 Braunkohle fördern. Für Inden mussten mehrere Gemeinden umgesiedelt werden, darunter von 1991 bis 1999 auch der namensgebende Ort Inden. Insgesamt waren 5.760 Menschen betroffen.

  • Derzeitige Abbaufläche: 17 Quadratkilometer
  • Genehmigte Abbaufläche: 45 Quadratkilometer
  • Bereits rekultivierte Fläche: 20,4 Quadratkilometer
  • Kohleförderung: 19 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: etwa 290 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Mitarbeiter: etwa 690, davon etwa 25 Auszubildende
  • Betreiber: RWE

3: Tagebau Hambach

Seit 1984 fördert RWE in Hambach Braunkohle. Der Tagebau verfügt über gewaltige Reserven, die bis 2050 abgebaut werden sollen. Daran arbeiten auch die größten Bagger der Welt: 220 Meter lang, 96 Meter hoch und 13.500 Tonnen schwer.

Für den Tagebau mussten bereits 2.650 Menschen aus vier Gemeinden umziehen. Aktuell steht noch zwei Ortsteilen die Umsiedlung bevor. Auch der 12.000 Jahre alte Hambacher Forst musste bereits großteils für den Abbau der Braunkohle weichen. Derzeit gibt es einen vorläufigen Rodungsstopp, in Zukunft plant RWE aber mit der fast vollständigen Rodung. Im Nordwesten des Tagebaus rekultiviert RWE zeitgleich einen bewaldeten, künstlichen Berg - die Sophienhöhe. Dort sind bereits zehn Millionen Bäume herangewachsen, die ältesten von ihnen mittlerweile gut 35 Jahre alt.

  • Derzeitige Abbaufläche: 43 Quadratkilometer
  • Genehmigte Abbaufläche: 85 Quadratkilometer
  • Bereits rekultivierte Fläche: 15,04 Quadratkilometer
  • Kohleförderung: etwa 40 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: etwa 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle
  • Mitarbeiter: etwa 1.300, davon etwa 80 Auszubildende
  • Betreiber: RWE
Tagebau Hambacher Forst
Die letzten Überbleibsel des Hambacher Forsts am Tagebau Hambach. Quelle: dpa

Die Tagebaue in Mitteldeutschland

4: Tagebau Amsdorf

Der Tagebau Amsdorf stellt eine Besonderheit in Deutschland dar: Aus der bitumenreichen Braunkohle dort stellt der Betreiber Romonta vor allem Rohmontanwachs für die chemische Industrie her. Ein Bereich, in dem das Unternehmen Weltmarktführer ist, wie Romonta mitteilt. Die Vorkommen in Amsdorf seien "qualitativ einzigartig" und böten "aktuell die weltweit besten Voraussetzungen, um Montanwachs so klimaschonend wie möglich herzustellen". Die Vorräte der aktuell noch genehmigten Abbaufläche reichten noch für etwa 12 Jahre, so Romonta.

  • Derzeitige Abbaufläche: 16 Quadratkilometer
  • Genehmigte Abbaufläche: noch 0,42 Quadratkilometer
  • Bereits rekultivierte Fläche: 9,23 Quadratkilometer
  • Kohleförderung: etwa 480.000 bis 500.000 Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: 6,1 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Mitarbeiter: 86 im Tagebau, 292 insgesamt mit Kraftwerk und Montanwachsfabrik
  • Betreiber: Romonta

Hinweis: Die anderen Betreiber der Tagebaue in Mitteldeutschland und in der Lausitz haben dem ZDF in der Detailtiefe und Aufschlüsselung weniger Angaben als RWE und Romonta zur Verfügung gestellt. Deshalb fehlen im Folgenden einige Informationen.

5: Tagebau Profen

Der Tagebau Profen gehört zu den ältesten in Deutschland. Seit 1941 fördert die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (MIBRAG) dort Braunkohle. Der Tagebau erstreckt sich dabei im Süden Sachsen-Anhalts über die Abbaufelder Profen Süd, Schwerzau und Domsen. Das Betriebsende ist für 2035 vorgesehen. Bis dahin sollen pro Jahr bis zu 8 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden.

6: Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Der zweite MIBRAG-Tagebau, Vereinigtes Schleenhain in Sachsen, ist seit 1949 in Betrieb. Dort soll noch etwa bis zum Jahr 2040 gefördert werden - pro Jahr bis zu 11 Millionen Tonnen.

Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Schleenhain
Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Quelle: dpa

Die Tagebaue in der Lausitz

Die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) betreibt vier Tagebaue, die insgesamt 209,04 Quadratkilometer Fläche einnehmen. Davon sind 129,85 Quadratkilometer in Betrieb. 79,19 Quadratkilometer sind bereits rekultiviert - entweder für die Land- oder die Forstwirtschaft. Ende 2017 haben bei der LEAG 5.069 Mitarbeiter - teils standortübergreifend - am Abbau der Braunkohle gearbeitet.

7: Tagebau Welzow-Süd

Welzow-Süd ist seit 1959 in Betrieb. Im Abschnit Welzow-Süd II befinden sich noch 204 Millionen Tonnen Braunkohle, die abgebaut werden könnten. Dafür müssten 840 Einwohner umgesiedelt werden. Ob das passiert, muss bis zum Jahr 2020 entschieden werden.

  • Kohleförderung: 22,1 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: 243 Millionen Tonnen Braunkohle (weitere 204 Millionen Tonnen in Teilabschnitt II)

8: Tagebau Jänschwalde

In Jänschwalde fördert die LEAG seit 1971 Braunkohle. Ein Ende ist aber bereits absehbar: Im Jahr 2023 soll die Förderung gestoppt werden.

  • Kohleförderung: 7,4 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: 60 Millionen Tonnen Braunkohle

9: Tagebau Nochten

Der Tagebau Nochten ist seit 1960 in Betrieb. Die Umsiedlungen im genehmigten Abbaufeld sind bereits abgeschlossen. Im Teilfeld Mühlrose, wo noch 145 Millionen Tonne Braunkohle vorrätig sind, muss allerdings noch das gleichnamige Dorf mit etwa 200 Einwohnern umgesiedelt werden. Nochten könnte ungefähr bis zum Jahr 2050 betrieben werden.

  • Kohleförderung: 18,5 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: 205 Millionen Tonnen Braunkohle (weitere 145 Millionen Tonnen im Teilabschnitt Mühlrose)

10: Tagebau Reichwalde

Im Tagebau Reichwalde baut die LEAG seit 1980 Braunkohle ab. Die Vorräte reichen voraussichtlich noch mehr als 25 Jahre.

  • Kohleförderung: 13,2 Millionen Tonnen pro Jahr
  • Vorräte: 317 Millionen Tonnen Braunkohle

Anteil der Braunkohle an der deutschen Stromerzeugung:

Infografik: Energiebilanzen
Braunkohle gehört nach wie vor zu den wichtigsten Energieträgern in Deutschland. Quelle: AG Energiebilanzen, Stand Dezember 2017
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