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Linksextremisten suchen Ausstieg

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Hilfsangebot in NRW - Linksextremisten suchen Ausstieg

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Auch in der linken Szene ist die Gewaltbereitschaft gestiegen. NRW erprobt seit einem Jahr ein Aussteigerprogramm und zieht eine erste Bilanz.

NRW-Innenminister Herbert Reul.
NRW-Innenminister Herbert Reul.
Quelle: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Das neue nordrhein-westfälische Programm gegen Linksextremismus hat sich bislang mit rund 30 Ausstiegswilligen befasst. Derzeit seien 21 Personen aktiv im Programm, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) gut ein Jahr nach der Vorstellung des Angebots.

Ergebnisse gebe es aber noch nicht. Experten - aus den Bereichen Polizei, Verfassungsschutz, Justiz, Islam-, Rechts- und Politikwissenschaft, Psychologie, Pädagogik und Sozialarbeit - kalkulieren mit einem drei- bis fünfjährigen Ausstiegsprozess. Reul bekräftigte aber die Notwendigkeit eines solchen Angebots: "Jeder, den wir aus dieser Szene herausholen, ist ein Gewinn für die Sicherheit".

Arbeit beruht auf zwei Säulen

"Left" ist Reul zufolge das erste Aussteigerprogramm für Linksextremisten in Deutschland. "Damit schließen wir eine Lücke und bieten in NRW nunmehr Ausstiegsprogramme für alle Bereiche des Extremismus an." Die Ausstiegsbegleiter seien Links- und Rechtsextremisten wie auch Islamisten behilflich auf dem Weg zurück in die Gesellschaft.

Die Arbeit beruhe auf zwei Säulen: Im Fokus stehe die Aufarbeitung der extremistischen Ideologie, um Straftaten zu verhindern. Parallel zur Deradikalisierung seien die sozialen Strukturen zu festigen. Dazu werden Anti-Aggressivitäts- und Anti-Gewalt-Trainings ebenso angeboten wie Hilfe bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche nach der Haft.

Der Jahresbericht des NRW-Verfassungsschutzes wies im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg der Straftaten von Linksextremisten um 20 auf 1394 im Vergleich zu 2017 auf. Dabei stieg die Zahl der Gewaltdelikte allerdings drastisch von 191 auf 447. Vor allem bei den Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst kam es dem Bericht zufolge zu Übergriffen auf Polizeibeamte. Insgesamt werden der Szene in NRW etwa 2500 Anhänger zugerechnet.

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