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Was bislang bekannt ist - Ein Video und offene Fragen

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Ein Skandal-Video kostet Österreichs Vizekanzler Strache den Job, die Koalition fliegt auseinander. Worauf es bisher keine Antworten gibt, sind die offenen Fragen um das Video.

Das heimlich aufgenommene Video mit verstörenden Details über das Politikverständnis des bisherigen FPÖ-Parteivorsitzenden Strache und mit Beleidigungen gegen den österreichischen Bundeskanzler, hat Österreichs Regierung zu Fall gebracht.

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Ein Video stürzt Österreich in eine tiefe Regierungskrise. Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache tritt zurück, Bundeskanzler Sebastian Kurz löst die Koalition auf, für den September sind Neuwahlen angepeilt. Veröffentlicht haben das Video "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung". In den Ausschnitten ist zu sehen, wie Strache einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen auf Ibizia öffentliche Aufträge in Aussicht stellt, wenn sie seiner Partei im Gegenzug zum Wahlerfolg verhelfe. Entstanden ist es den beiden Blättern zufolge 2017. So viel ist bekannt. Aber woher stammt es? Und welche Motive verfolgen die Urheber? Darauf gibt es noch keine Antworten.

Angebot offenbar schon vor Monaten

Woher das Material kommt, könne er aus Gründen des Quellenschutzes nicht sagen, erklärte "Spiegel"-Redakteur Wolf Wiedmann-Schmidt im Sender n-tv. Ähnlich äußerte sich Leila Al-Serori von der "Süddeutschen Zeitung". Auch werde man die Originalaufnahmen nicht zur Verfügung stellen, sagte sie im ORF. Die Aufnahmen seien "SZ" und etwas später dem "Spiegel" zugespielt worden. Man habe das Video bereits vor Monaten angeboten bekommen, vor einigen Wochen sei es dann in einem verlassenen Hotel auf USB-Sticks übergeben worden.

Wiedmann-Schmidt erklärte, die Aufnahmen seien nicht mit Absicht kurz vor der Europawahl veröffentlicht worden. "Wir haben das Video im Laufe des Monats bekommen und ausgewertet. Und als wir uns dann sicher waren, dass es authentisch und echt ist, haben wir gesagt: Dann publizieren wir das Video."

Auf die Frage, was sonst auf dem stundenlangen Video zu sehen sei, sagte er: "Wir haben gezielt eine Auswahl getroffen. Genau die Aussagen, die wir für öffentlich relevant halten. Wir werden nicht private Plaudereien öffentlich machen. Uns ging es nur darum, die politisch brisanten Vorgänge öffentlich zu machen."

Auch der Name Böhmermann fällt

Auch der Name des Satirikers Jan Böhmermann fällt im Zusammenhang mit den Aufnahmen. Tatsächlich hatte er bereits im April bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy in einer Video-Botschaft detaillierte Andeutungen über den Inhalt gemacht - also noch bevor es "Spiegel" und "SZ" den Angaben zufolge hatten. Den Preis könne er nicht persönlich abholen, weil er "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge", hatte Böhmermann gesagt. Er verhandele gerade, wie er die "Kronen Zeitung" übernehmen könne, dürfe darüber aber nicht reden. Hintergrund: In der Runde auf Ibiza ging es auch um eine Übernahme der "Kronen Zeitung" durch die vermeintliche russische Investorin.

Böhmermanns Manager Peter Burtz bestätigte, dass der Satiriker das Video bereits seit Wochen gekannt habe. Er dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, sagte Burtz.

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