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Aktionstag "Red Hand Day" - "Rote Hände" gegen Einsatz von Kindersoldaten

Datum:

Der internationale "Red Hand Day" macht seit 2002 jährlich am 12. Februar auf die Situation von Kindersoldaten aufmerksam. Hintergründe zum Thema - hier im Überblick.

Red Hand Day - Protest gegen Kindersoldaten
Red Hand Day - Protest gegen Kindersoldaten
Quelle: pr/terre des hommes

Zahlen und Fakten:

2018 wurden den Vereinten Nationen zufolge rund 250.000 Kinder und Jugendliche weltweit in offiziellen Armeen und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen als Soldaten eingesetzt, zum Kämpfen gezwungen und häufig sexuell ausgebeutet. Diese Zahlen sind grobe Schätzungen und werden in den Ländern in unterschiedlicher Qualität erhoben. Beweise gibt es nur in wenigen Fällen.

In mindestens 19 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas werden Minderjährige direkt in bewaffneten Konflikten als Spione, Minensucher, Wachposten und Selbstmordattentäter missbraucht.

Der "Red Hand Day"

Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Seitdem gilt der Tag als internationaler Tag gegen den Einsatz von unter 18-Jährigen als Soldaten. Anlässlich dieses "Red Hand Day" rufen das Deutsche Bündnis Kindersoldaten und andere Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Bisher haben mehr als 400.000 Menschen in mehr als 50 Ländern mit ihrem roten Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten protestiert. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten ist ein Zusammenschluss von elf Nichtregierungsorganisationen.

Kriegsverbrechen

Die Rekrutierung von unter 15-Jährigen gilt als Kriegsverbrechen. 2012 wurde der kongolesische Milizenchef Thomas Lubanga vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Charles Taylor, der ehemalige Präsident von Liberia, wurde 2012 zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wurde eine Reihe von Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter der Einsatz von Kindersoldaten.

Thomas Lubanga
Der kongolesische Milizenchef Thomas Lubanga wurde vom Internationalen Strafgerichtshof wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Quelle: imago

Minderjährige in der Bundeswehr

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 1.679 siebzehnjährige Soldatinnen und Soldaten rekrutiert, etwas weniger als im Vorjahr, aber immer noch mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2011. Das geht aus der Studie "Why 18 matters" hervor, die von dem Deutschen Bündniss Kindersoldaten und von Child Soldiers International erstellt wurde. Demnach hat die Bundeswehr seit 2011 insgesamt 11.733 17-Jährige in den Dienst gestellt.

Anmerkung der Redaktion

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