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Bosnien-Krieg - Das Massaker von Srebrenica

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Es gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. In Srebrenica wurden 1995 Tausende Muslime von bosnisch-serbischen Einheiten ermordet.

Ermittler untersuchen 1996 ein Massengrab in Bosnien, in dem Opfer aus Srebrenica liegen.
Ermittler untersuchen 1996 ein Massengrab in Bosnien, in dem Opfer aus Srebrenica liegen. Quelle: dpa

Das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag hat das Urteil gegen den ehemaligen bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic gesprochen und ihn zu lebenslanger Haft verurteilt. In dem Prozess ging es um die persönliche Verantwortung des 74-Jährigen für das Massaker von Srebrenica im Juli 1995, deretwegen er wegen Völkermordes für schuldig befunden wurde.

Binnen weniger Tage töteten bosnisch-serbische Milizen damals Schätzungen zufolge etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen. Das Massaker gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bosnisch-serbische Milizen nehmen Srebrenica ein

Bereits zu Beginn des Bürgerkriegs in Bosnien, der von 1992 bis 1995 dauerte, belagerten bosnisch-serbische Einheiten die Kleinstadt Srebrenica im Nordosten des Landes. Im April 1993 erklärte die UNO die Enklave zur Schutzzone, zur Versorgung der Menschen wurde eine Luftbrücke eingerichtet.

Die UN-Schutztruppe für Bosnien versuchte vergeblich, die Belagerung der Stadt aufzuheben. Am 9. Juli 1995 eroberten bosnisch-serbische Milizen mehrere UN-Posten, nachdem sie dutzende niederländische Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht hatten. Am 11. Juli griff die Nato-Luftwaffe ein, konnte aber die Einnahme Srebrenicas nicht verhindern.

Massaker unter den Augen der Blauhelmsoldaten

In der Stadt lebten damals 42.000 Menschen, davon 36.000 Flüchtlinge. Die bosnisch-serbischen Einheiten suchten die kampffähigen Männer unter den Muslimen heraus. Sie wurden mit Lastwagen weggefahren und massenweise hingerichtet.

Die in Srebrenica stationierten niederländischen Blauhelmsoldaten zogen sich in ihren benachbarten Stützpunkt in Potocari zurück. Sie wurden später beschuldigt, die Einnahme der Enklave geduldet zu haben. Sie sollen den bosnisch-serbischen Milizen sogar beim Ausmustern von Männern unter den Flüchtlingen im Stützpunkt geholfen und Beweise für Gräueltaten vernichtet haben.

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