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Palästinenser und Israelis - 70 Jahre Israel - zwei Perspektiven

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Israel feiert den Jahrestag der Unabhängigkeit, für Palästinenser hingegen ist sie Teil der "Nakba". Wie Historiker, ein Palästinenser und eine Israelin, die Ereignisse einordnen.

Blick auf Jerusalems Altstadt
Blick auf Jerusalems Altstadt
Quelle: dpa

Die Gründung des Staates Israel - ein Ereignis, viele Narrative. Für die Juden ging mit der Unabhängigkeitserklärung, die David Ben Gurion am 14. Mai 1948 verlas, ein alter Traum in Erfüllung. Für die Palästinenser war der Freudentag der Juden der Beginn einer Katastrophe, sie nannten es "Nakba".

Wie unterschiedlich Israelis und Palästinenser die Ereignisse von damals bewerten und einordnen, zeigen Gespräche mit Historikern. Der Palästinenser Mahdi Abdul Hadi betont, wie die Palästinenser in den Jahren vor der Unabhängigkeit Israels die jüdischen Migranten empfangen hätten. "Wir waren unglaublich menschlich", sagt er. Sie hätten Land und Häuser geteilt. Aber dann seien sie zu Flüchtlingen geworden.

Die israelische Historikerin Anita Shapira hingegen erklärt, historisch betrachtet habe es nie eine Form der "Gleichberechtigung" gegeben. Keine ideale Form der Koexistenz. "Für die Muslime bedeutete Gleichberechtigung, dass sie die Eigentümer sind", sagt sie. Dabei hätten beide Seiten - Palästinenser und Juden - ein legitimes Recht auf das Land.

Die Zukunft? Viel weniger klar

Zwei Seiten, zwei Perspektiven. Wenn Shapira sich an den Tag erinnert, an dem der UN-Beschluss zur Teilung des Landes verkündet wird, erinnert sie sich an einen Tag "der Freude und der Angst". Freude darüber, dass der Traum von einem Staat in Erfüllung gehen sollte, Angst, weil es bereits die ersten Opfer von Gewalt gab.

Gewalt - auch Hadi spricht davon: Nach 1948 seien die Palästinenser zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. Er spricht von Gräueltaten, von Massakern. Für ihn war es die "Nakba", die Katastrophe.

Und die Zukunft? Shapira sieht sie "viel weniger klar als früher". Die hoffnungsvolle Stimmung von damals gebe es so nicht mehr. Auch wenn sie in keinem anderen Land leben wollte. Hadi spricht von einem Trauma. Für ihn sei vieles für immer verloren.

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