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Präsidentenwahl in der Ukraine - Zweite Runde: Komiker gegen Amtsinhaber

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Bei der Wahl in der Ukraine liegt der Polit-Neuling Selenski nach ersten Ergebnissen deutlich vorn. Er wird sich aber in einer Stichwahl Amtsinhaber Poroschenko stellen müssen.

Präsidentschaftskandidat Wladimir Selenski in Siegerpose
Präsidentschaftskandidat Wladimir Selenski in Siegerpose
Quelle: dpa

Politik-Neuling gegen Amtsinhaber: Die in die EU strebende Ukraine muss bei einer Stichwahl über ihren neuen Präsidenten entscheiden. Wie die Wahlkommission am Montagmorgen nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen bekanntgab, kam der 41-jährige Wladimir Selenski in der ersten Wahlrunde auf rund 30 Prozent der Stimmen, gefolgt von Amtsinhaber Petro Poroschenko mit 16,3 Prozent.

Im Verlaufe des Montags soll der Großteil der Stimmzettel ausgezählt werden. Erfahrungsgemäß kann es dabei zu Verzögerungen kommen, bis das vorläufige Endergebnis vorliegt.

Stichwahl vermutlich am 21. April

Weil keiner der 39 Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit erhielt, wird es wohl am Ostersonntag (21. April) zu einer Stichwahl zwischen dem Komiker Selenski und Amtsinhaber Poroschenko kommen. Beide stehen für eine klare West-Orientierung der in die EU strebenden Ex-Sowjetrepublik.

Bereits am späten Sonntagabend lieferten sich Poroschenko und sein Herausforderer Angriffe. Der 53-jährige Poroschenko warnte vor Selenski, der russische Interessen vertrete. Der politische Neuling Selenski wies das zurück und zeigte sich bereit für ein TV-Duell. Der 41-Jährige ist in seinem Land ein Medienstar, der schon in einer Comedy-Serie seit vielen Jahren einen Präsidenten darstellt.

Bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine hat es keine Entscheidung gegeben. Nun kommt es offenbar zu einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Poroschenko und Polit-Neuling Selenski.

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Julia Timoschenko auf dem dritten Platz

Beide Kandidaten zeigten sich kurz nach Schließung der Wahllokale siegessicher für den Showdown im April. "Das ist nur der erste Schritt zum großen Erfolg", sagte Selenski. Umfragen hatten ihn bereits seit Wochen im ersten und im zweiten Wahlgang als Sieger gesehen. Poroschenko sagte in Kiew: "Sie werden weiter mit Poroschenko arbeiten müssen." Zugleich nannte er den Ausgang der Wahl eine "harte Lehre" mit Blick auf seine Stimmenverluste. 2014 war er im ersten Wahlgang mit rund 55 Prozent der Stimmen gewählt worden.

Petro Poroschenko trägt seinen Stimmzettel zur Wahlurne; 31.03.2019
Amtsinhaber Petro Poroschenko erreicht laut Prognose die Stichwahl.
Quelle: dpa

Der Machtkampf zwischen dem Komiker und dem "Schoko-Zar", wie Poroschenko wegen seines Süßwarenimperiums genannt wird, dürfte spannend werden. Beide Seiten werben um die Wähler der unterlegenen Lager. Poroschenkos erbitterte Gegnerin, die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, landete nach Prognosen und ersten Ergebnissen auf dem dritten Platz. Sofort nach Bekanntwerden zweifelte sie diese Ergebnisse an und sprach von Eingriffen.

Die rund 30 Millionen Wahlberechtigten mussten unter 39 Kandidaten wählen. So viele Bewerber gab es noch nie bei einer Abstimmung über den mächtigsten Posten in dem Land. Der Wahlsonntag verlief weitgehend ruhig. Vereinzelt gab es Vorwürfe der Manipulation.

OSZE besorgt wegen Sicherheitslage

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa überwachte die Wahl mit Hunderten Beobachtern und will an diesem Montag ihre Einschätzung vorlegen. Die OSZE hatte sich im Vorfeld unter anderem besorgt wegen der Sicherheitslage auch für Journalisten gezeigt. Mehrere ausländische Korrespondenten durften nicht einreisen, darunter auch Reporter aus EU-Staaten. Russland hatte ein Einreiseverbot für seine Wahlbeobachter verurteilt.

Der Urnengang galt als großer Stimmungstest nach den proeuropäischen Protesten auf dem Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, vor fünf Jahren. Der Aufstand, bei dem mehr als 100 Menschen starben, führte 2014 zum Machtwechsel. Damals hatte der superreiche Unternehmer Poroschenko nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch gewonnen. Viele Menschen werfen Poroschenko heute vor, den Krieg nicht beendet und mit seiner Politik die Armut noch verschärft zu haben. Rund 13.000 Menschen sind im Kriegsgebiet Donbass gestorben.

Im Porträt: Komiker gegen "Schoko-Zar"

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