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Nach 3:3 gegen Düsseldorf - "Slapstick"-Bayern wollen alles hinterfragen

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Für Bayern-Coach Kovac wird es nach dem 3:3 gegen Aufsteiger Düsseldorf immer enger. Selbst Uli Hoeneß rückte erstmals von ihm ab, kritisierte aber auch die Stars deutlich.

Bayern München - Fortuna Düsseldorf
Bayern München - Fortuna Düsseldorf
Quelle: dpa

Ein "geschockter" Uli Hoeneß dachte nach dem Last-Minute-Ausgleich, "die Welt geht unter". Doch Konsequenzen für den schon seit Wochen in der Kritik stehenden Trainer Niko Kovac hatte auch das blamable 3:3 (2:1) der "Slapstick"-Bayern gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nicht - noch nicht.

Hoeneß verweigert Kovac die Rückendeckung

Erstmals verweigerte sogar der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters dem 47-Jährigen, den er zuletzt noch "bis aufs Blut" verteidigen wollte, die Rückendeckung. Kovac werde zwar am Dienstag im Champions-League-Spiel der angeschlagenen Münchner gegen Benfica Lissabon "unser Trainer sein", sagte Hoeneß nach einer ersten kurzen Krisensitzung in der Kabine mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Was aber danach kommt, könne er "nicht sagen. Wir müssen beim FC Bayern jetzt alles hinterfragen, warum wir so spielen, wie wir spielen. Wir können nicht sagen: Das wird schon werden. Wir müssen die nächsten Tage, vielleicht auch Wochen dazu verwenden, um die richtige Lösung zu finden. Wir müssen zu einem Ergebnis kommen. Daran müssen wir arbeiten", sagte Hoeneß mit finsterer Miene und ganz ruhig - aber es klang gefährlich für Kovac.

"Dilettantisch", "hanebüchen", "nicht akzeptabel"

Der hatte im Sommer als gefeierter Frankfurter Pokalsieger-Trainer die schwere Nachfolge von Jupp Heynckes angetreten, mit den Bayern auch einen perfekten Start hingelegt. Nun stecken die Münchner aber seit Wochen in einer Krise. Mia san mia? Weg! Dafür neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund, schon 17 Gegentore und der für den FC Bayern schwer zu ertragende fünfte Tabellenplatz.
Deshalb, so Hoeneß, sei es "schwer", die Ruhe zu bewahren, "denn was heute passiert ist, ist absolut nicht akzeptabel". Die Mannschaft sei "verunsichert". Es würden "dilettantische" und "hanebüchene" Fehler passieren. "Man muss sich die Frage stellen, warum bei uns fast jeder Angriff ein Gegentor bedeutet. Das erste Tor - so was habe ich nur in Slapstick-Filmen gesehen. So geht das nicht", schimpfte er über seine indisponierten Stars.

Nun gelte es herauszufinden, fügte Hoeneß an, "was da los ist. Warum wir so einen schlechten, uninspirierten Fußball spielen, vor allem ohne Selbstvertrauen. Das treibt uns um".

Bayern-Profis schockiert

Über einen möglichen Kovac-Nachfolger in München wird schon länger spekuliert. Die Namen von Zinedine Zidane, Arsene Wenger, aber auch von Ralph Hasenhüttl fielen bereits. Die hätten sich am Samstag verwundert die Augen gerieben, hätten sie diese teils stümperhaft agierenden Bayern gesehen. Der Rekordmeister führte durch Niklas Süle (17.) und Thomas Müller (20. und 58.) zweimal scheinbar beruhigend mit zwei Toren, doch der überragende und pfeilschnelle Dodi Lukebakio zeigte mit drei Treffern (44./77./90.+3) alle Probleme der Münchner auf.

"Das ist unverzeihlich und schmerzhaft", sagte Manuel Neuer. Die Spieler seien "selbst gerade ein bisschen schockiert", meinte Müller und sprach von "Schattenseiten" des Bayern-Spiels. Ein konsternierter Kovac fragte in der Pressekonferenz rhetorisch, ob es "eine Steigerung von sauer" gebe. Er sei auf jeden Fall "richtig, richtig sauer", betonte er und unternahm den Versuch, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Solche Gegentore nach derart schweren individuellen Fehlern könne "kein Trainer der Welt verhindern".

Für Altstar Arjen Robben gibt es deshalb nur eins: nicht reden, sondern "Stärke zeigen. Wenn du eine große Mannschaft und am Boden bist, musst du aufstehen. Das ist die einzige Botschaft. Da kommen wir nur gemeinsam raus." Ob allerdings noch lange mit Niko Kovac, ist seit Samstag fraglicher denn je.

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