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Hohe Feinstaubbelastung - Debatte um Gewalt und Feinstaub an Silvester

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Die Silvesterknallerei kann bunt und schön sein. Sie hat aber enorme Folgen für die Umwelt. Manche Städte weiten das Böllerverbot aus, sie fürchten eine zunehmende Aggressivität.

Brennender Feuerwerkskörper
Brennender Feuerwerkskörper
Quelle: dpa
  • Städte weiten Böllerverbote aus
  • Umweltbundesamt für Feuerwerk-Verzicht
  • Polizei befürchtet "viel Aggressivität und Respektlosigkeit"
  • Städtebund: Menschen drücken Lebensfreude aus

Aggressive Stimmung und hohe Feinstaubwerte: Der Spaß an Silvester scheint in Deutschland getrübt. Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wäre eine Ausweitung von Silvesterböllerverboten aber kaum zu kontrollieren. Polizisten nehmen zudem seit Jahren eine zunehmende Aggressivität und Respektlosigkeit wahr - auch gegenüber Rettungskräften.

Städte weiten Verbotszonen aus

Einige Städte haben in ihrer City dieses Jahr erstmals Verbote erlassen, darunter Hannover. In Berlin hätte die rot-rot-grüne Landesregierung gern schon dieses Jahr weitergehende Verbotszonen eingerichtet. Der Linken-Abgeordnete Niklas Schrader sagte dem RBB, das Bundessprengstoffgesetz verbiete es den Bezirken aber, die Böllerei ganz zu untersagen. Darum wolle man auf Bundesebene aktiv werden.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) erwartet wieder einen Umsatz von etwa 137 Millionen Euro mit Raketen, Batterien und Knallkörpern. Organisationen wie Brot für die Welt und die Tierrechtsorganisation Peta rufen zum Böllerverzicht auf. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt einen Verzicht auf das private Silvesterfeuerwerk. Wie sich das Feuerwerk auf den Feinstaub und auf die Umwelt auswirkt, wird in diesem Video anschaulich erklärt:

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"Die derzeitige Diskussion um ein Verbot von Silvesterfeuerwerk in eng besiedelten Stadtgebieten sehe ich skeptisch, da die Polizei die hierzu notwendigen Kontrollen personell überhaupt nicht leisten kann", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow. Malchow zufolge nehmen Polizisten zum Jahreswechsel "viel Aggressivität und Respektlosigkeit" wahr.

Polizei nimmt "viel Aggressivität und Respektlosigkeit" wahr

Dies betreffe die Polizei, aber auch Rettungskräfte und Feuerwehr. "Da werden Böller beispielsweise gezielt auf Menschen geworfen und Raketen verantwortungslos in Richtung von Häusern abgeschossen." Jedes Jahr werden Hunderte Menschen an Silvester verletzt.

In vielen historischen Stadtkernen in Deutschland gibt es seit Jahren ein Böllerverbot an Silvester, nun kommt es erstmals auch zum Beispiel im Citykern der niedersächsischen Landeshauptstadt dazu: Die Polizei in Hannover erwartet, dass die Situation dadurch rund um zentrale Plätze in der Innenstadt deutlich entspannter werde. Neben der Angst vor Aggressivität kommt noch die Debatte um zu viel Feinstaub in der Neujahrsnacht. Wegen der Folgen für kleine Kinder, Senioren und chronisch Kranke rief die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) dazu auf, weniger Feuerwerk einzusetzen oder ganz darauf zu verzichten. Diese Gruppen litten zu Jahresbeginn besonders häufig unter Husten und Atembeschwerden.

Zum Jahreswechsel setzen Feuerwerkskörper laut Umweltbundesamt (UBA) rund 4.500 Tonnen Feinstaub frei - kleinste, für das menschliche Auge meist unsichtbare Teilchen. UBA-Chefin Maria Krautzberger sagte der "Rheinischen Post" "Wenn Sie an Silvester weniger Feuerwerk benutzen - oder ganz darauf verzichten -, können Sie dazu beitragen, die Feinstaubbelastung zu verringern - das hilft der Gesundheit und verursacht weniger Müll auf den Straßen und in der Umwelt."

Städtebund: Menschen bringen ihre Lebensfreude zum Ausdruck

In der Silvesternacht steige die Luftbelastung mit Feinstaub explosionsartig an. "In vielen Orten ist die Feinstaub-Konzentration am 1. Januar so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht."

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte der "Passauer Neuen Presse", man solle Feuerwerk als Brauchtum und langjährige Tradition respektieren. "Die Menschen bringen damit ihre Lebensfreude, aber auch ihre Hoffnung auf ein glückliches neues Jahr zum Ausdruck. Das sollten wir akzeptieren." Man könne nur davor warnen, "mit weiteren Verboten die Menschen zu bevormunden".

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