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Hongkonger kämpfen um ihre Freiheit

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Wieder Massenproteste - Hongkonger kämpfen um ihre Freiheit

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Sie kämpfen um ihre Zukunft, um ihre Freiheit, sagen die Demonstranten in Hongkong. Und sie schützen sich - vor dem Pfefferspray der Staatsmacht.

Anna lässt sich gerade ihre Unterame mit Klarsichtfolie umwickeln. Hinter dem Mundschutz ist ihr Stimme leicht gedämpft. All das soll die Studentin in Hongkong vor Tränengas und Pfefferspray schützen. Anna, das ist der Name, den sie uns sagt, ihren chinesischen will sie uns nicht nennen. Und ihr Gesicht zeigen hinter der Maske will sie auch nicht.

Die Regierung feiert, die Jugend protestiert

So wie Anna laufen hier Tausende junger Demonstranten rum. Meist sind sie schwarz gekleidet und tragen Helme. Manche sogar Knie- und Ellbogenschoner. In Hongkong kämpfen sie dieser Tage um die Freiheit. Und an diesem Tag vor allen Dingen. Denn am 1. Juli 1997 ging die britische Kronkolonie an China zurück - also ist es eigentlich ein Jahrestag und für die Anhänger Chinas ein Feiertag.

Die Regierung und mit ihr Regierungschefin Carrie Lam feiern diesen Tag; es wird angestoßen und die Fahnen Hongkongs und Chinas gleichzeitig gehisst. Während das geschieht, stehen draußen vor den Türen des Parlaments schon die Demonstranten.

Angst um die Zukunft, um die Freiheit

Unter diesen Demonstranten sind auch Anna und ihre Freunde. Anna ist Studentin und sie hat Angst um ihre Zukunft, um ihre Freiheit, um ihr Recht zu demonstrieren. "Ich muss um die Zukunft Hongkongs kämpfen", sagt sie. Als ich sie frage, warum sie und ihre Freunde die Straße blockieren, Barrikaden aufbauen und sich mit Helmen und Mundschutz ausstatten, erwidert sie: "Wir müssen uns doch schützen. Heute morgen wurde eine von uns am Kopf verletzt. Wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir frei bleiben wollen. Und wenn die Polizei kommt, dann sind wir vorbereitet."

Anna sagt das ganz ruhig und sehr entschieden. Es ist eine erstaunliche Stimmung, die da herrscht unter den Demonstranten im Regierungsviertel. Hier haben sie die Hauptstraßen und somit eine der Hauptverkehrsadern Hongkongs blockiert. Die Demonstranten sind vorwiegend junge Studenten. Aber auch viele andere Hongkonger sind dabei. Es sind die, die um die Zukunft ihrer Kinder bangen. Die glauben, dass China schon viel zu viel Macht hat in Hongkong.

Wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir frei bleiben wollen.
Anna, Demonstrantin

Sie sagen, dass sie jetzt was machen müssen. Dass sie der Regierungschefin Lam nicht trauen und dass sie so lange weitermachen, bis sie das Gefühl haben, dass ihre Freiheit nicht mehr gefährdet ist. Und genau das ist es, was Anna auch antreibt. Sie sagt: "Was sollen wir denn machen? Das hier ist meine Stadt. Ich werde nicht weggehen." Dann greift sie nach der Klarsichtfolie und wickelt sie um die Arme ihrer Freundin, um die Haut gegen das beißende Tränengas zu schützen.

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Proteste in Hongkong -
Demonstranten versuchen, Regierungssitz zu stürmen
 

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