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Der Hotdog Bus in Brooklyn - Kunst mit Ketchup

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Im Brooklyn Bridge Park gibt es Würstchen gratis - das ist soweit erst einmal nichts Besonderes. Der Hotdog Bus, aus dem sie stammen, ist es schon.

Hotdog Bus
Der Hotdog Bus im Brooklyn Bridge Park ist Kunstprojekt und Würstchenbude in einem.
Quelle: Maya Dähne

Der VW-Bus ist knallgelb lackiert und sieht aus wie ein labberiges Hotdog Brötchen oder wie eine ausgequetschte Senftube. Aus dem offenen Fenster riecht es nach Wurstfett und Ketchup. "Der Bus ist dick! Er sieht aus als ob er zu viele Hotdogs gegessen hat", kichert ein kleines Mädchen. Ihre Mutter studiert das Nummernschild des dicken Wagens. "HL, wo kommt der denn her?" "Hollabrunn“ stellt ein Tourist mit unverkennbar österreichischem Akzent fachmännisch fest.

Der ausgebeulte, fette, gelbe Bus ist rollende Imbissbude und gleichzeitig Mitmach-Kunstwerk des Wiener Künstlers Erwin Wurm. Den ganzen Sommer lang parkt der Hotdog Bus jeden Samstag und Sonntag zwischen 12 Uhr mittags und 18 Uhr abends im Brooklyn Bridge Park. Auf einer Art Verkehrsschild direkt neben dem Bus steht alles Wissenswerte zum Künstler und seinem Wurstwagen: Der Hotdog Bus sei "großzügig und demokratisch". Jeder Besucher, der hier ein Würstchen isst, würde Teil des Kunstprojekts. "Wer genug Hotdogs verspeist, sieht irgendwann ähnlich ausgebeult aus wie der Bus", heisst es augenzwinkernd.

Gratis-Wurst für die Gäste

"Möchten Sie eine Wurst probieren", fragt eine junge Helferin einladend. Eine Frau mit Hund unterm Arm, eine fünfköpfige Familie mit Kinderwagen und eine Touristengruppe stellen sich in die Warte-Schlange. "Im Moment ist noch nicht viel los", meint die Wurstbraterin und legt Brötchen samt Wurst in eine Pappschachtel. "Wir verteilen jedes Wochenende zwischen 500 und 1.000 Hotdogs pro Tag." Finanziert wird das Kunst-Projekt vom New Yorker Public Art Fund mit Hilfe von Spenden. Jeder Gast bekommt eine Gratis-Wurst mit Senf oder Ketchup. Insgesamt 50.000 Hotdogs sollen bis Ende August verbraten und verteilt sein.

Hotdogs werden im Hotdog Bus zubereitet
Im Bus werden die Hotdogs frisch zubereitet
Quelle: Maya Dähne

Was genau Kunst und Wurst miteinander zu tun haben ist den beiden Hilfsköchen im Hotdog Wagen wurscht. Hauptsache Generator und Grill laufen auf Hochtouren. Erwin Wurm hat dagegen offenbar eine besondere Vorliebe für Würste: Der Künstler baute bereits vor fünf Jahren diverse Skulpturen berühmter Bildhauer mit Würstchen nach. 2015 verwandelte Wurm einen alten VW Bulli mithilfe von Bauschaum und Styropor in eine ausgebeulte Wurstbude. Er ließ seinen "Curry Bus" in der Autostadt Wolfsburg vorfahren. Serviert wurden dort Currywurst und Pommes statt Hotdogs.

Ganz neu ist die Würstelbus-Idee also nicht. Aber der Hotdog Bus passt perfekt nach New York, findet Daniel Palmer vom Public Art Fund. Einwanderer aus Europa haben nämlich genau hier vor mehr als 100 Jahren den Hotdog erfunden. Angeblich war es der deutsche Bäcker Charles Feltman, der 1871 den ersten Wurst-Stand in Brooklyn eröffnete. "Jetzt reinbeißen, noch einen Schritt weiter nach rechts, stop", kommandiert der Familienvater und schwenkt sein Smartphone. Fototermin für die New Yorker Kult-Wurst mit Blick auf die Skyline von Manhattan. "Perfekt."

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