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US-Sanktionen - Huaweis Smartphone-Absatz bricht ein

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Die US-Sanktionen gegen Huawei kommen den chinesischen Hersteller teuer zu stehen: Der weltweite Smartphone-Absatz brach um 40 Prozent ein - das bedeutet Milliardenverluste.

Das Logo von Huawei
Huawei ist weltweit die Nummer zwei in der Smartphone-Branche hinter Samsung.
Quelle: dpa

Konzerngründer Ren Zhengfei will die Produktion nun herunterfahren - um ein Umsatzvolumen von umgerechnet 27 Milliarden Euro, wie er in Shanghai mitteilte. Das bedeutet eine Drosselung um etwa ein Drittel. Welche Produkte genau betroffen sind, sagte Ren nicht. Im vergangenen Jahr erzielte Huawei einen Umsatz von 721,2 Milliarden Yuan (95,3 Milliarden Euro). Nach eigenen Angaben lieferte das Unternehmen 2018 insgesamt 206 Millionen Smartphones aus, etwa je zur Hälfte in China und zur Hälfte im Ausland.

Umsatz von 100 Milliarden angepeilt

Ren machte keine weiteren Angaben zum Absatzeinbruch. Eine Konzernsprecherin erläuterte später, bei den Zahlen handele es sich um den Rückgang zwischen Mai und Juni. Ren sagte, das Vorgehen der US-Regierung werde beide Seiten treffen: "Keiner wird gewinnen." Sein Unternehmen werde in den kommenden beiden Jahren jeweils rund 100 Milliarden Dollar Umsatz haben, nach 105 Milliarden im vergangenen Jahr. Im Februar hatte Huawei für dieses Jahr noch ein Umsatzziel von 125 Milliarden Dollar als Ziel ausgegeben.

Der Konzernchef verglich Huawei mit einem beschädigten Flugzeug. Er versprach jedoch, das Unternehmen werde 2021 wieder zu seiner "Vitalität" zurückfinden. Zudem hob er hervor, dass die Verkaufszahlen auf dem heimischen Markt weiterhin "sehr schnell" wüchsen.

US-Vorwürfe: Diebstahl, Spionage, Geschäfte mit dem Iran

Die US-Regierung wirft chinesischen Hightech-Firmen wie Huawei Diebstahl von Handelsgeheimnissen sowie eine Gefährdung der Cybersicherheit vor. Im Mai setzte Washington den Huawei-Konzern wegen mutmaßlicher Umgehung der Iran-Sanktionen auf eine schwarze Liste: Damit ist es US-Unternehmen verboten, ohne Genehmigung mit dem Technologie-Giganten Geschäfte zu machen. Dabei ist Huawei der unangefochtene Weltmarktführer bei der 5G-Technologie.

Die Sanktionen sind ein harter Schlag für Huawei, weltweit die Nummer zwei in der Smartphone-Branche hinter Samsung. Die Chinesen beziehen viele Teile für ihre Produkte - etwa Hochleistungs-Speicherchips - aus den USA.

Die chinesische Regierung wirft den USA "wirtschaftliche Schikane" vor. Beide Nationen befinden sich in einem regelrechten Handelskrieg. Huawei hat bestritten, geheime Nutzerdaten mit der kommunistischen Partei zu teilen. Ren versicherte am Montag noch einmal, es gebe keine Hintertüren. Huawei sei bereit, dazu eine entsprechende Vereinbarung mit jeder Nation zu unterschreiben, die dies wünsche.

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