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Festakt zum 100. Jubiläum - Steinmeier fordert Stärkung der Grundschulen

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100 Jahre Grundschule - Bundespräsident Steinmeier ruft beim Festakt in Frankfurt dazu auf, die Grundschulen zu stärken. Sie seien die zentralen Orte, um Ungleichheit abzubauen.

"Das große Versprechen der Weimarer Verfassung, eine für alle gemeinsame Grundschule zu schaffen, ist heute an vielen Orten in unserem Einwanderungsland erfüllt", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Festakt zu 100 Jahren Grundschule in der Frankfurter Paulskirche.

Bundespräsident fordert mehr Einsatz

Es gebe aber noch einiges zu tun. "Es sind gerade die Grundschulen, die wir stärken müssen, wenn wir diese Ungleichheiten abbauen wollen." Denn was Kinder in den ersten Lebensjahren nicht lernten, könnten sie später kaum wieder ausgleichen.

Hier werden die Weichen gestellt für die Zukunft unserer Demokratie.
Frank-Walter Steinmeier

Steinmeier forderte mehr Einsatz, um allen Kindern gleiche Bildungschancen einzuräumen. Die Grundschulen seien unerlässlich für den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Hier werden die Weichen gestellt für die Zukunft unserer Demokratie", sagte Steinmeier.

KMK-Präsident: "Wir ziehen alle Register"

Doch in den Grundschulen fehlen Tausende Lehrer - nach einer aktuellen Studie bis 2025 mehr als 26.000 - und viele, die in den Klassenzimmern stehen, sind heillos überfordert. "Wir ziehen alle Register", um den Lehrermangel zu beheben, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU), im ZDF-Morgenmagazin. Mehr Studienplätze, mehr Referendarsstellen, Quereinsteiger fit machen, Teilzeitkräfte aufstocken - diese Maßnahmen seien in den letzten Jahren schon verstärkt worden, und "wir müssen da noch weitermachen". Doch das alles brauche Zeit.

Die Herausforderungen an das Schulsystem haben laut Lorz "in den letzten Jahren schlagartig zugenommen". Die Ausbildung der Lehrer müsse angepasst werden, und auch die Lehrer, die bereits im Job sind, bräuchten zusätzliche Unterstützung, etwa über sozialpädagogische Fachkräfte.

Steinmeier: "Riesenrespekt vor Ihrer Arbeit"

Bundespräsident Steinmeier würdigte in seiner Rede denn auch ausdrücklich die Lehrer: "Ich habe einen Riesenrespekt vor Ihrer Arbeit, und ich weiß, dass es unzähligen Menschen in unserem Land genauso geht", sagte Steinmeier. Überall in Deutschland gäben Grundschullehrkräfte "unseren Kindern tagtäglich neues Selbstvertrauen, wecken ihre Talente, machen sie stark für ihren Lebensweg". Oft steckten sie mehr Zeit und Kraft in ihre Arbeit, "als in ihrem Dienstplan vorgesehen ist".

Statt Grundschullehrer "mit immer neuen Ansprüchen und Erwartungen" zu überhäufen, forderte der Bundespräsident "breite Unterstützung". "Und wir müssen ihnen Hilfe anbieten, wenn sie in den Klassenzimmern mit Kulturkonflikten konfrontiert sind oder wenn auf Schulhöfen schon bei den Jüngsten Ausgrenzung und Gewalt um sich greifen."

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