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Sonderkommission ermittelt - Lebensmittel-Erpresser - über 100 Hinweise

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Hunderte Anrufe und zahlreiche E-Mails sind eingegangen - die Ermittler arbeiten auf Hochtouren, um den mutmaßlichen Lebensmittel-Erpresser zu finden. Es sei nicht auszuschließen, dass er auch am Wochenende vergiftete Lebensmittel ausbringe, sagt ein Polizeisprecher dem ZDF.

Im Fall des Supermarkterpressers aus Konstanz hat die Polizei bisher zwar keine heiße Spur, es gebe aber "vielversprechende Hinweise". Der Erpresser hat damit gedroht, am Wochenende 20 weitere vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen.

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Dies sei der Grund gewesen, weshalb die Polizei das Thema publik gemacht habe, sagt Jens Purath von der Polizei Konstanz im ZDF-Morgenmagazin. Man wolle die Menschen warnen, sensibilisieren und gleichzeitig den Fahndungsdruck erhöhen.

Bis Freitagmorgen seien über 650 Anrufe und rund 60 E-Mails bei der Polizei eingegangen. Unter den Anrufern seien viele besorgte Bürger. "Es gibt aber auch über 100 Hinweise zu dem mutmaßlichen Giftausbringer, die jetzt von der Sonderkommission bearbeitet werden müssen", erklärt Purath.

SoKo "Apfel" mit Hunderten Ermittlern

Um den Fall zu klären, wurde die Sonderkommission "Apfel" mit etwa 220 Ermittlern gegründet. Eine internationale Fahndung nach dem oder den Erpressern, vor allem auch in Österreich und der Schweiz, läuft.

"Wir können nicht ausschließen, dass auch international vergiftete Lebensmittel ausgebracht werden", sagt Purath. Im Moment konzentrierten sich die Ermittlungen auf den süddeutschen Raum und das benachbarte Ausland.

Purath betont, man wolle nach wie vor keine Panik und Hysterie schüren. "Aber wir weisen darauf hin, vorsichtig zu sein beim Kauf von Lebensmitteln." Man solle darauf achten, dass Verpackungen unversehrt sind, dass beispielsweise beim Öffnen von Gläsern das Klacken zu hören ist.

Erpresser fordert zweistelligen Millionenbetrag

Mitte September waren fünf vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Friedrichshafen am Bodensee entdeckt worden. Ein Unbekannter hatte mit der Manipulation weiterer Produkte in deutschen Supermärkten und Drogerien gedroht, um eine zweistellige Millionensumme zu erpressen.

Das Erpresserschreiben richtete sich an mehrere Adressaten - einschließlich der Polizei. Darin drohte der Unbekannte: Falls seine Geldforderung nicht erfüllt werde, werde er in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland Produkte deponieren, die eine giftige Substanz enthalten. Den Ermittlern zufolge hat der Erpresser bereits einen Ort für eine Geldübergabe genannt - außerhalb der Bodenseeregion. Konkretere Angaben machte die Polizei nicht.

Auf einem Fahndungsfoto der Polizei in einer Filiale eines Handelskonzerns wird ein mutmaßlicher Lebensmittelerpresser gezeigt
Mit diesem Foto sucht die Polizei nach einem Verdächtigen. Quelle: dpa

Am Donnerstag hatte die Polizei Bilder veröffentlicht, die den dringend Tatverdächtigen zeigen. Die Beamten hoffen damit, eine konkrete Spur zu dem Verdächtigen zu bekommen.

Die Polizei geht aktuell davon aus, alle bisher vergifteten Gläser entdeckt zu haben. Das Gift Ethylenglycol sei in die Babynahrung eingerührt worden, hieß es von der Polizei. Beim Verzehr drohten "sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod". Die Drohung des unbekannten Erpressers umfasse aber nicht nur Babynahrung. Er habe gedroht, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften.

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