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#FreeDeniz - Das Geburtstagskind fehlt

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Seit mehr als 200 Tagen sitzt der Journalist Deniz Yücel in der Türkei in Haft. An seinem Geburtstag haben nun Hunderte Menschen in Berlin seine Freilassung gefordert. Mit einem Auto- und Fahrradkorso zogen die Demonstranten bis vors Kanzleramt.

Der deutsche Botschafter in der Türkei Erdmann, hat nach Angaben des Auswärtigen Amtes die beiden inhaftierten Deniz Yücel und Peter Steudtner besucht. Beide Gespräche seien intensiv gewesen und hätten je über eine Stunde gedauert.

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Mehrere Redner forderten die Bundesregierung auf, den politischen und wirtschaftlichen Druck auf die türkische Regierung zu erhöhen. Aktuell werden elf Deutsche wegen politischer Vorwürfe in türkischen Gefängnissen festgehalten, darunter der "Welt"-Korrespondent Yücel, die Journalistin Mesale Tolu und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner.

An dem Autokorso beteiligten sich knapp 100 Fahrzeuge. Zudem kamen zahlreiche Demonstranten mit Fahrrädern. Bei der Kundgebung vor dem Kanzleramt zählte die Polizei bis zu 450 Teilnehmer. Doris Akrap von der Initiative #FreeDeniz rief die Bundesregierung auf, gegenüber der türkischen Regierung "endlich zu handeln und nicht nur zu drohen und zu reden". Die Initiative fordert, dass deutschen Rüstungsunternehmen Geschäfte mit der Türkei verboten würden und die Regierung keine weiteren Exportbürgschaften für deutsche Investitionen in der Türkei leiste.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei einem Wahlkampfauftritt im westfälischen Delbrück, Yücel "sitzt nach unserer Meinung völlig unbegründeterweise im Gefängnis. So wie mindestens elf andere Deutsche."

Mehr als 160 Journalisten in Haft

Yücels Schwester Ilkay bedankte sich bei den Demonstranten für ihr Engagement und sagte, sie hoffe, der 44. Geburtstag werde der letzte sein, den ihr Bruder im Gefängnis verbringen müsse. Christian Zeiske, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord, zu der der inhaftierte Peter Steudtner gehört, forderte deutsche Unternehmen auf, Konsequenzen aus der Menschenrechtslage in der Türkei zu ziehen: "Geld ist das eine, Anstand das andere", sagte Zeiske. In der Berliner Gethsemanekirche findet täglich um 18 Uhr ein Fürbittgebet für die Inhaftierten in der Türkei statt.

Der Vorstandssprecher der Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen", Michael Rediske, verwies auf die Verschlechterung der Pressefreiheit in der Türkei. Inzwischen seien dort mehr Journalisten in Haft als in China, aktuell mehr als 160, sagte Rediske. Seit dem Putschversuch im Juli vergangenen Jahres seien rund 150 Medien geschlossen worden.

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