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Proteste in Hongkong - Hunderttausende demonstrieren für mehr Demokratie

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Erneut gehen viele Hongkonger für mehr Demokratie auf die Straße. Demonstranten äußern sich entschlossen, ihre Forderungen nicht aufzugeben.

In Hongkong sind wieder hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um für mehr Demokratie und gegen den wachsenden Einfluss Pekings zu demonstrieren.

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Im Zentrum Hongkongs haben nach Veranstalterangaben mindestens 1,7 Millionen Menschen für mehr Demokratie demonstriert. In dieser Zahl fehlten noch diejenigen, die es wegen Verkehrseinschränkungen nicht zum Veranstaltungsort geschafft hätten, sagte Jimmy Shan von der Civil Human Rights Front am Sonntag. Die Polizei nannte zunächst keine Zahlen.

Organisatoren: Alles ging friedlich zu

Nach Angaben der Organisatoren ging alles friedlich ab. Die Polizei hatte die Versammlung im Park genehmigt, nicht jedoch die Demonstration. Metro-Züge hielten wegen Überfüllung nicht an den Bahnhöfen in der Nähe. Viele Demonstranten trugen Regenschirme. Die Organisatorin Bonnie Leung sagte: "Wir hoffen, wir können der Welt zeigen, dass Hongkonger Menschen total friedlich sein können."

Ihre Civil Human Rights Front hatte zuvor seit Juni bereits drei riesige Demonstrationen in Hongkong organisiert. Diese verliefen friedlich, doch in den vergangenen Wochen hat es zunehmend gewaltsame Zusammenstöße zwischen Polizisten und Protestierenden gegeben. Protestteilnehmerin Kiki Ma sagte, Frieden sei diesmal das Ziel Nummer eins. "Wir wollen zeigen, dass wir nicht sind wie die Regierung", sagte die 28-jährige Buchhalterin. Die Teilnehmer hatten am Sonntag nicht alle Platz in dem dafür vorgesehene Park, so dass sich auch auf einer großen Straße Zehntausende demonstrierten.

Karte: Hongkong - China
Hongkong, ehemals britische Kolonie, wurde 1997 an China zurückgegeben. Seither wird Hongkong autonom regiert, zum Vorteil seiner Bürger.
Quelle: ZDF

Zusammen mit diesen wäre die Zahl der Demonstranten noch höher als im Juni, als Organisatoren zwei Millionen Protestteilnehmer geschätzt hatten. In Hongkong gibt es seit mehr als zwei Monaten regelmäßige Proteste. Zu den Forderungen der Bewegung zählen demokratische Wahlen, ein Rücktritt der Regierungschefin Carrie Lam, eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes von Gewalt durch die Polizei und die formelle Rücknahme eines Gesetzesentwurfs, der die Auslieferungen Verdächtiger an China ermöglichen soll.

Demonstranten sagten am Sonntag, sie seien entschlossen, ihre Forderungen nicht aufzugeben. "Wir werden hier stehen, wir werden handeln, bis sie auf uns reagieren", sagte Harley Ho, "gemeinsam haben wir mehr Macht". Das Regenwetter werde die Demonstranten nicht abschrecken.

Ein Land, zwei Systeme – das hatte Peking versprochen als die britische Kronkolonie 1997 wieder chinesisch wurde. Doch viele Hongkonger klagen, Peking stülpe ihnen immer mehr das eigene System über.

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China verwahrt sich gegen Einmischung

In Peking verurteilte ein Sprecher des chinesischen Parlaments, You Wenze, ausländische Unterstützungsbekundungen für die Hongkonger Demokratiebewegung als "grobe Einmischung in Chinas interne Angelegenheiten". Die 7,5 Millionen Einwohner Hongkongs und die chinesische Bevölkerung hätten die Aktionen einer "sehr kleinen Gruppe gewalttätiger Protestierer" ebenso zurückgewiesen, wie jede Einmischung ausländischer Kräfte

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