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Demonstrationen gegen Unabhängigkeit - Barcelona: Die schweigende Mehrheit spricht

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Nach den großen Protesten für eine Unabhängigkeit Kataloniens sind heute in Barcelona deren Gegner auf die Straße gegangen. Mehrere hunderttausend Menschen demonstrierten in der katalanischen Hauptstadt für einen Verbleib in Spanien - viele kamen aus dem ganzen Land.

Während hunderttausend Menschen in Barcelona gegen eine Unabhängigkeit demonstriert haben, droht Spaniens Ministerpräsident Rajoy, Katalonien den Autonomiestatus zu entziehen.

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Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in Barcelona für die Einheit Spaniens demonstriert. Die Proteste richteten sich gegen die Pläne der Region Katalonien, einseitig die Unabhängigkeit auszurufen. Nach Polizeiangaben nahmen 350.000 Menschen an der Demonstration teil, die Veranstalter sprachen von 930.000 Teilnehmern.

Viele Teilnehmer trugen spanische, katalanische und europäische Fahnen und riefen "Katalonien ist Spanien". Einige forderten die Festnahme von Regionalpräsident Carles Puigdemont. Katalonien habe mehr zu verlieren als Spanien, weil Unternehmen schon jetzt in andere Regionen abwanderten, sagte eine Demonstrantin, Juliana Prats aus Barcelona. "Ich hoffe, es bleibt alles, wie es jetzt ist, nach 40 Jahren Frieden." Auch aus anderen Landesteilen kamen Demonstranten nach Barcelona.

"Katalonien nicht das Kosovo"

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der frühere EU-Parlamentspräsident Josep Borrell wandten sich in Ansprachen an die Menschen. "Neben Katalanen sind Tausende Männer und Frauen aus allen Ecken Spaniens gekommen, um ihren katalanischen Freunden zu sagen, dass sie nicht allein sind", erklärte Vargas Llosa, der neben der peruanischen auch die spanische Staatsbürgerschaft hat. "Wir wollen, dass Barcelona wieder Hauptstadt der spanischen Kultur ist." Borrell sagte, Katalonien sei nicht wie das Kosovo, wo die Rechte der Menschen systematisch verletzt würden.

Vor einer Woche hatte die Regionalregierung ein Referendum über die Loslösung von Spanien abgehalten, an dem weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten teilnahm. Von diesen stimmten 90 Prozent mit Ja. Die Zentralregierung erkennt das Resultat nicht an, weil das Verfassungsgericht zuvor einen Aufschub der Volksabstimmung angeordnet hatte. Puidgemont strebt dennoch eine Unabhängigkeitserklärung an und hat für Dienstag einen Bericht zur politischen Lage im Regionalparlament angekündigt.

Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte der Zeitung "El País", er werde eine Teilung Spaniens nicht zulassen und erwäge jeden rechtlich möglichen Schritt, um die Separatisten zu stoppen. Dazu gehöre Verfassungsartikel 155, der es der Zentralregierung erlaubt, die Kontrolle über Regionen zu übernehmen, die gegen die Verfassung verstoßen. "Die beste Situation wäre, wenn ich keine drastischen Lösungen finden muss. Aber damit das geschieht, muss es einige Richtigstellungen (der katalanischen Anführer) geben", sagte Rajoy.

Wirtschaftliche Einbußen befürchtet

Seine Regierung hatte durch einen massiven Polizeieinsatz mit Schlagstöcken und Gummigeschossen versucht, die Abstimmung zu unterbinden. Hunderte Menschen wurden verletzt. Am Freitag erleichterte Madrid Firmen den Wegzug aus Katalonien. Die zwei größten Banken der Region haben sich bereits dafür entschieden, andere Unternehmen denken noch über einen solchen Schritt nach. Ein unabhängiges Katalonien wäre zudem möglicherweise nicht mehr Mitglied der Eurozone.

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