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Alleine mit dem Hurrikan - "Ich warte bis zur letzten Minute"

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"Dieser Sturm wird Sie töten" hatte ein Sprecher der Hurrikan-Behörde gewarnt. Doch längst nicht jeden Menschen in Florida kümmert das. Während die ersten Ausläufer des Hurrikans "Irma" auf den US-Bundesstaat treffen und Zehntausende ihre Städte und Dörfer verlassen, bleiben einige kurzerhand daheim.

Heftige Böen kündigen den heranziehenden Tropensturm an, Miami und Miami Beach wirken wie ausgestorben: Die, die bleiben, müssen selbst für ihre Sicherheit sorgen, berichtet ZDF-Korrespondent Daniel Pontzen. Und es sind noch Neugierige unterwegs.

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Carl Roberts hat chinesisches Essen, Wasserflaschen und eine vielleicht spektakuläre Aussicht aus seinem Apartment im 17. Stock. Hurrikan "Irma" steuert zwar geradewegs auf die Küsten Floridas zu, doch Roberts wollte sein Zuhause nicht verlassen. Er habe keinen Ort, wo er sonst hin könne, außerdem gebe es an seinen Fenstern Sicherheitsjalousien, sagt er. "Ich sollte hier recht sicher sein."

Hurrikanerprobt durch "Andrew" und "Katrina"

Die Behörden in den US-Staaten Florida und Georgia haben insgesamt mehr als sechs Millionen Menschen angehalten, ihre Wohnungen und Häuser wegen des herannahenden Wirbelsturms zu verlassen. Und die Warnungen waren deutlich: Heftige Böen machten es unmöglich, später zu fliehen oder gerettet zu werden, hieß es. Doch unter dem Eindruck, frühere Stürme wie "Andrew" und "Katrina" überlebt zu haben, blieben viele Bewohner trotzdem zu Hause.

Für viele Orte wie Redington Shores, wo auch Roberts sein Apartment hat, galten verpflichtende Evakuierungsanordnungen. Die gesamte Inselkette Florida Keys sollte verlassen sein. Die Polizei nahm zwar jene, die sich weigerten, nicht fest. Aber die Ansage von Sheriff Bob Gualtieri im Südwesten Floridas im Bezirk Pinella war deutlich: "Sie können uns (um Hilfe) rufen, doch wir werden nicht kommen."

Carol Walterson Stroud in Key West ging zuerst davon aus, dass Hurrikan "Irma" drehen würde. Dann nahm sie nicht an der Evakuierung teil, weil sie Angst vorm Autofahren allein hat - und ihr Mann unbedingt bleiben wollte. "Heute Nacht komme ich ins Schwitzen, heute Nacht werde ich Todesangst haben", sagt sie.

Stau oder Sturm

Trotzig gibt sich dagegen Laurie Mastropaolo, eine 56 Jahre alte Frau in St. Petersburg. Auf ihrem T-Shirt ist ein Foto des tierischen Internetstars "Grumpy Cat" abgedruckt. "Das ist mein glückliches Gesicht", sagt sie dazu trocken. Sie lebe ja nicht in Miami, deshalb habe sie sich auch noch nicht auf den Weg gemacht. "Ich warte bis zur letzten Minute. Ich fahre nicht mit den ganzen verrückten Menschen auf der Straße."

Ähnlich äußerte sich die 22-jährige Stefani Travieso, die im achten Monat schwanger ist. Ein Arzt habe ihr geraten, an einem Ort zu bleiben, wo sie sich sicher fühle und es für sie gemütlich sei. "Wäre ich nicht schwanger, säße ich jetzt mit meinem Hund und meinem Ehemann im Auto Richtung Norden."

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