Sie sind hier:

Hurrikan "Irma" bedroht USA - Florida rüstet sich für "Mammutaufgabe"

Datum:

Massenflucht vor "Irma": Die Menschen in Florida bringen sich vor dem Hurrikan in Sicherheit. Die Frage sei nicht mehr, ob der Bundesstaat getroffen werde, sondern wie hart, sagen die Behörden. Millionen Menschen wappnen sich. ZDF-Reporter Daniel Pontzen spricht von einer "Mammutaufgabe".

Hurrikan "Irma" wird am Wochenende in Florida erwartet. Der Gouverneur von Florida appellierte an sämtliche Einwohner des Bundesstaats, sich für eine mögliche Evakuierung zu wappnen. Miami ist bereits wie leer gefegt.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Um sie zu bewältigen, brauche man sehr viel Personal. "Da reichen nicht mal die 7.000 Nationalgardisten, die schon hierher beordert worden sind. Es braucht auch viel Selbstdisziplin in der Bevölkerung", sagt Pontzen in Miami. Und die gebe es: Viele, vor allem aus den Bereichen, die besonders bedroht sind, haben sich freiwillig auf den Weg gemacht aus der Stadt, was aber nicht so leicht sei.

"Wenn man mit dem Auto hinaus will, ist die erste Frage, wo kriegt man Benzin her. An vielen Tankstellen gab es keins mehr. Selbst wenn man welches bekommen hat, muss man sich einreihen in eine ewig lange Blechkarawane gen Norden", erzählt der ZDF-Reporter. Viele andere hätten versucht, mit dem Flieger möglichst weit weg zu kommen. Am Flughafen herrschten chaotische Zustände. "Auch deutsche Touristen haben wir getroffen. Viele Flüge sind gecancelt. Und wenn es dann noch ein Ticket gibt, dann ist es meist ziemlich teuer. Wir haben von einem Paar gehört, dass sechstausend Euro pro Karte bezahlt hat."

Sturm ist größer als Florida

Der auf die Südostküste der USA zurückende Monster-Hurrikan treibt hunderttausende Einwohner von Florida in die Flucht. Auf den beiden Highways entlang der Küsten des US-Bundesstaats bewegten sich Stoßstange an Stoßstange endlos scheinende Autokolonnen am Freitag langsam nach Norden. Die Meteorologen erwarteten, dass "Irma" am Samstagabend (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von 240 Stundenkilometern auf die Südküste von Florida prallen wird.

Der Wirbelsturm hatte in den vergangenen Tagen bereits auf mehreren Karibikinseln schwere Verwüstungen angerichtet und mindestens 18 Menschen getötet. Am Freitag näherte er sich Kuba. An der dortigen Nordküste wurden 10.000 ausländische Touristen in Sicherheit gebracht. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) sagte voraus, dass "Irma" von Kuba aus weiter zu den Bahamas und dann nach Florida ziehen würde.

Dramatische Warnung

Der dortige Gouverneur Rick Scott richtete eine dramatische Warnung an die Bürger: Sämtliche 20,6 Millionen Einwohner des Bundesstaates müssten darauf vorbereitet sein, "bald" ihre Wohngebiete zu verlassen. "Irma" sei "größer als unser gesamter Bundesstaat", sagte Scott. "Dieser Sturm ist machtvoll und tödlich."

Für mehrere Küstenregionen Floridas und des nördlich angrenzenden US-Staates Georgia hatten die Behörden bereits in den vergangenen Tagen die obligatorische Evakuierung angeordnet.

US-Präsident Donald Trump appellierte an die Bürger, die Empfehlungen und Anordnungen der Behörden zu befolgen. "Irma" sei ein Sturm von "epischen Ausmaßen" und vielleicht der größte, den "wir jemals gesehen haben", warnte Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Allerdings wurde die Evakuierung dadurch erschwert, dass vielerorts bereits das Benzin knapp wurde.

Meteorologen warnen vor meterhohen Wellen

Das US-Hurrikanzentrum stufte "Irma" zwar am Freitag auf die zweithöchste Stufe 4 zurück, nannte den Sturm aber weiterhin "extrem gefährlich". Die Meteorologen warnten, dass der Sturm bis zu acht Meter hohe Wellen aufpeitschen und schwere Überschwemmungen auslösten könnte.

In dem für seine pulsierende Strand- und Partyszene bekannten Touristenort Miami Beach herrschte am Freitag gespenstische Ruhe. Viele Schaufenster waren mit Sperrholz abgedeckt. Auf manchen Brettern waren Graffiti-Sprüche wie "Sag Nein zu 'Irma'" oder "Du machst uns keine Angst, 'Irma'" zu lesen.

In großen Teilen der Karibik hatte der Sturm zuvor eine breite Spur der Verwüstung zurückgelassen. Mindestens vier Menschen kamen auf den Amerikanischen Jungferninseln ums Leben, weitere zwei Menschen im US-Außenterritorium Puerto Rico.

Plünderungen auf karibischen Inseln

Auf den zu Frankreich gehörenden Karibikgebieten Saint-Martin und Saint-Barthélemy gab es mindestens neun Todesopfer. Sieben weitere Menschen würden vermisst, sagte der französische Innenminister Gérard Collomb. Zwei Menschen wurden durch "Irma" in Sint Maarten getötet, dem niederländischen Teil von Saint-Martin, einer auf Barbuda.

Die Regierungen der Niederlande und Frankreichs beklagten Plünderungen in ihren karibischen Außengebieten. "Die Lage ist ernst", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte angesichts von Diebstählen auf Sint Maarten. Seine Regierung entsandte zusätzliche Polizisten und Soldaten. Auch die französische Übersee-Ministerin Annick Girardin beklagte Plünderungen und kündigte die Entsendung von 400 Polizisten an.

Während auf den verwüsteten karibischen Inseln die Hilfsmaßnahmen anliefen, gingen von weiteren Hurrikanen neue Gefahren aus. Das NHC stufte "José", der "Irma" auf demselben Pfad folgt, auf die Kategorie 4 hoch. Auch "Katia" nahm an Fahrt auf und wurde auf Kategorie 2 hochgestuft. "Katia" Dieser Sturm schlug einen anderen Weg ein und bewegte sich auf die mexikanische Ostküste zu.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.