Sie sind hier:

Wirbelsturm - Hurrikan "Irma": Tote und Verwüstung in Karibik

Datum:

Wirbelsturm "Irma" zieht in der Karibik eine Schneise der Verwüstung. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Die Insel Barbuda und der französische Teil von Saint-Martin gleichen einem Trümmerfeld, erklärten die Behörden.

In der Karibik hinterlässt Hurrikan Irma eine Spur der Verwüstung. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens zehn gestiegen. Die Vereinten Nationen schätzen, in den kommenden Tagen könnten 37 Millionen Menschen von Irma betroffen sein.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Es ist der schwerste jemals in der Region registrierte Wirbelsturm: Mehr als 37 Millionen Menschen könnten von den Auswirkungen des Hurrikans "Irma" betroffen sein, schätzen die Vereinten Nationen. In der Karibik ist die Verwüstung schon jetzt beträchtlich. Die Zahl der Toten stieg auf zehn.

Die Insel Barbuda sei "total zerstört", teilte Regierungschef Gaston Browne mit. Mindestens ein Mensch sei um Leben gekommen - offenbar handelte es sich um ein Kind. Die Insel mit ihren rund 1.600 Einwohnern sei "nur noch ein Haufen Schutt". Im Sender CNN bezifferte Browne die Schadensbilanz auf 95 Prozent des Gesamteigentums auf der Insel, etwa 30 Prozent davon sei komplett zerstört. "Es ist herzzerreißend. Die ganze Insel steht unter Wasser. Im Moment ist Barbuda kaum bewohnbar", sagte Browne.

"Das ist eine enorme Katastrophe"

Auf den Karibikinseln Saint-Martin und Saint-Barthélemy kamen beim Durchzug von Hurrikan "Irma" mindestens acht Menschen ums Leben. Mehr als 20 wurden verletzt, wie Frankreichs Innenminister Gérard Collomb mitteilte. Der Ressortchef machte deutlich, dass die Zahl der Opfer höher liegen könnte.

Der französische Teil Saint-Martins sei zu 95 Prozent zerstört, sagte der Präsident des Gebietsrates, Daniel Gibbs, dem Rundfunksender Radio Caraïbes International. "Das ist eine enorme Katastrophe." Er stehe "unter Schock", es sei erschütternd. Mindestens sechs Menschen kamen nach Behördenangaben auf Saint-Martin ums Leben. Der Präfekt von Guadeloupe nannte die Lage auf Saint-Martin "dramatisch". Es gebe kein Trinkwasser und keine Stromversorgung mehr. Auch im benachbarten britischen Überseegebiet Anguilla kam ein Mensch ums Leben.

Macron: Materielle Schäden sind "erheblich"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte seine Landsleute zuvor darauf vorbereitet, dass es Opfer durch den Wirbelsturm geben werde. Die Bilanz des Wirbelsturms werde "hart und grausam" sein, "wir werden Opfer zu beklagen haben", sagte Macron nach einem Besuch beim Krisenstab des Innenministeriums. Die materiellen Schäden auf Saint-Barthélémy und Saint-Martin seien "erheblich". Auf der niederländischen Südhälfte der Insel - hier heißt sie Sint Maarten - ist der Flughafen gesperrt. Der niederländische Premier Mark Rutte sprach ebenfalls von Schäden.

Der Wirbelsturm hatte am Mittwoch die Insel Barbuda erreicht. Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des als "potenziell katastrophal" eingestuften Hurrikans über der beim internationalen Jet-Set beliebten Insel Saint-Barthélemy, dann zog der Sturm zu der zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilten Insel Saint-Martin. Am Donnerstag könnte er den nördlichen Teil der Dominikanischen Republik und Haiti treffen.

Miami bereitet sich auf "Irma" vor

In der Nacht bewegte sich das Auge des Sturms nördlich von Puerto Rico mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Auch in dem US-Außengebiet war die Lage dramatisch: Mehr als die Hälfte der rund drei Millionen Einwohner war ohne Strom. Flüsse traten über ihre Ufer, Bäume knickten um. Gouverneur Ricardo Rossello forderte die Nationalgarde an und ließ Notunterkünfte für rund 62.000 Menschen öffnen. US-Präsident Donald Trump hatte den Notstand für Puerto Rico, die Virgin Islands und Florida ausgerufen. Die Aussichten seien "nicht gut", sagte er.

Als immer wahrscheinlicher gilt, dass "Irma" am Samstagabend (Ortszeit) auf den US-Staat Florida trifft. Im Bezirk um die Millionenstadt Miami ordneten die Behörden Zwangsevakuierungen gefährdeter Zonen an. Anwohner verbarrikadierten sich in ihren Häusern, Supermärkte wurden regelrecht leer gekauft, an Tankstellen bildeten sich lange Warteschlangen. Die Behörden gaben an Verteilzentren kostenlos Sandsäcke aus.

"Irma" stärker als "Harvey"

Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. "Irma" ist mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde noch stärker als "Harvey", der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Mit "Irma" ist die Gefahr aber nicht vorbei: Dahinter zog Hurrikan "José" auf die Kleinen Antillen zu. Hurrikan "Katia" im Golf von Mexiko erreichte am Mittwoch Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami mitteilte. Die mexikanische Regierung gab eine Warnung heraus.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.