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Hurrikan-Saison - Jetzt noch "Maria": Was ist auf dem Atlantik los?

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Diese Hurrikan-Saison ist besonders, dessen kann man sich sicher sein. Nicht nur die Anzahl der Stürme mit den Kategorien 4 und 5 ist bisher überdurchschnittlich, sondern auch die äußerst schnelle Verstärkung der Stürme fallen dieses Jahr auf. Was ist los auf dem Atlantik?

Nach Hurrikan "Irma" fegt nun "Maria" über die Karibik. Nachdem der Wirbelsturm auf Martinique, Dominica und Guadeloupe schwere Schäden anrichtete wird er als nächstes auf den Jungferninseln und Puerto Rico erwartet.

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Am Montagvormittag hatte "Maria" gerade Kategorie 1 erreicht und steigerte sich innerhalb von nur sechs Stunden auf Stufe 3, wenige Stunden später bis auf Kategorie 5 - eine explosive Entwicklung.  Innerhalb von wenigen Wochen erreichen zwei dieser Monsterstürme die gleiche Region und hinterlassen zerstörte Landschaften. Wieso geht das so schnell?

Sind einmal Hurrikane entstanden, brauchen sie Treibstoff, damit sie weiter existieren können. Davon gibt es genug, nämlich warmes Wasser und warme Luft. Zwei Mechanismen spielen hier eine sehr wichtige Rolle. Bei höheren Wassertemperaturen entweicht mehr Feuchtigkeit, und wärmere Luft kann wiederum mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Das ist ein einfacher physikalischer Zusammenhang. Die Folge ist eine rasche Intensivierung. Und hier spielt unsere bereits aufgeheizte Atmosphäre eine Rolle. Je weiter sich die Erde erwärmt, desto mehr Energie steht für das Wetter zur Verfügung.

Seit Beginn der Industrialisierung messen wir eine Temperaturzunahme von einem Grad auf unserer Erde. Und bereits jetzt sind extreme Veränderungen auf unserem Planeten zu spüren. Was wird bei zwei Grad passieren? Das soll ja die Grenze bis Ende des Jahrhunderts sein, auf die sich die internationale Gemeinschaft im Jahr 2015 während der Klimakonferenz in Paris geeinigt hat. Dieses Ziel ist jetzt schon fragwürdig und baut auf Technologien auf, die es noch gar nicht gibt.

Was passiert als nächstes?

Hurrikan "Maria" zieht mit Kategorie 5 weiter Richtung Jungferninseln, dann nach Puerto Rico und wird mit dem Auge dort etwa zur Mittagszeit am Mittwoch aufschlagen und anschließend über die Insel ziehen. Während im Auge der Wind keine Rolle spielt, werden an den Rändern die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen. Wenn das Auge, wie hier in unserem Beispiel von Hurrikan "Maria" auf einen Beobachter zuzieht, bläst der Wind im Mittel mit 250 Kilometern pro Stunde, in Böen um 300.

Dann wird es plötzlich windstill und sogar blauer Himmel ist erkennbar. Der Beobachter steht im Zentrum des Auges. Anschließend nimmt der Sturm rapide zu, aber diesmal aus der umgekehrten Richtung. Alles was bis dahin nicht zerstört wurde, wird erneut dem enormen Winddruck ausgesetzt - eben aus der entgegengesetzten Richtung. Außerhalb des Auges kommen riesige Regenmengen zusammen, die manch eine Stadt im ganzen Jahr nicht abbekommt. Dadurch kann es zu Hangrutschungen und Gerölllawinen kommen, dazu Flutwellen, die an den Küsten die Städte überspülen. Alles, was es schon mit Hurrikan "Irma" vorher auch schon gegeben hat.

Was passiert nächste Woche?

Da kommen nun die Unsicherheiten ins Spiel. Die zwei Hauptwettermodelle, das der Amerikaner (GFS) und das der Europäer (ECMWF), sind sich einig: Es geht nordwärts in einem Bogen über den Atlantik  voran. Die USA werden nicht direkt von "Maria" bedroht, aber die Turks- und Caicosinseln liegen noch in der Zugbahn von "Maria". Spannend, natürlich nur im meteorologischen Sinne: Was macht "Maria" danach?

Erinnern wir uns noch an "Jose", der kreiselt weiterhin auf dem Atlantik und wird sich zwar abschwächen, aber zur Ankunft von Hurrikan "Maria" nicht verschwunden sein. Es sieht nach einer Vereinigung der Stürme aus, was nicht bedeutet, dass diese beiden zu einem gigantischen Monster anwachsen! Keine Angst.

Allerdings bilden beide Stürme zusammen ein riesiges Gebiet über dem Atlantik mit großen Windgeschwindigkeiten. Inwieweit, die zwei Hurrikans unser Wetter beeinflussen werden, ist noch nicht absehbar. Wenn "Jose" und "Maria" von der Westwindströmung eingefangen werden, können sie allerdings in abgeschwächter Form in Europa landen und immer noch bei uns zu heftigen Herbststürmen Anfang Oktober führen. Das ist zwar Zukunftsmusik, allerdings möglich.

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