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Fußball-Bundesliga - Schalke-Legende Stevens: "Spaß muss sein!"

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Bis zum Saisonende hat Schalke 04 einen neuen Trainer. Huub Stevens soll den Verein vor dem Worst Case-Szenario retten. Er hat bereits einen Plan für das nächste Spiel.

Huub Stevens bei Pressekonferenz auf Schalke
Huub Stevens ist der Nachfolger von Domenico Tedesco bei Schalke 04. Er wurde heute bei einer Pressekonferenz als neuer Trainer vorgestellt.
Quelle: Reuters, Leon Kügeler

"Die Null muss stehen!" Mit diesem einfachen Anspruch ist Huub Stevens einst angetreten, um in Deutschland Erfolge als Fußball-Trainer zu feiern. 1996 kam er zum ersten Mal zum FC Schalke, jetzt soll, nein muss der 65-Jährige den Vizemeister vor dem Abstieg bewahren.

Nun ist eine weitere Weisheit dazu gekommen, die aber viel mehr über die aktuelle Situation des stolzen Traditionsklubs erzählt und davon, warum es nach einem tollen letzten Jahr in dieser Saison so steil bergab geht. "Spaß muss sein, ohne Spaß kann man keine Leistung bringen", sagte Stevens bei seiner Vorstellung am Freitagmittag.

Aufbruchsstimmung in der Arena

Mit der Aussage wollte der erfahrene Fußball-Lehrer seinen gerade einmal halb so alten Vorgänger Domenico Tedesco sicher nicht stellen. Dafür hält Stevens fachlich wie menschlich viel zu große Stücke auf den Deutsch-Italiener, den der Verein nach der jüngsten Pleiteserie und der 0:7-Klatsche in der Champions League bei Manchester City als Tiefpunkt vor die Tür setzte. Niederlagen machen nun einmal keinen Spaß, aber was sich Taktik-Musterschüler Tedesco vorhalten muss: Spaß hatten seine Spieler auf dem Platz schon lange nicht mehr und keinem noch so treuen S04-Fan machte es auch nur ansatzweise Spaß, das trostlose Gekicke anzuschauen.

Am Samstag (15.30 Uhr) wird daher Aufbruchstimmung in der Arena herrschen, wenn der Tabellendritte RB Leipzig zum Gastspiel nach Gelsenkirchen kommt. "Der Karren war einfach tief verfahren und das Spiel am Samstag hat solch eine immense Bedeutung, dass wir jetzt schon etwas ändern mussten", erklärte Schalkes erst 14 Tage im Amt befindlicher Sportvorstand den Rausschmiss des einstigen Überfliegers Tedesco und die Installation des erfahrenen S04-Idols Stevens samt "Eurofighter" Mike Büskens als Assistent an seiner Seite.

Huub Stevens, Mike Buskens und Jochen Schneider bei Pressekonferenz auf Schalke
Der neue Trainer Huub Stevens (Mitte) mit seinem Assistenztrainer Mike Büskens (links) und dem Sportvorstand Jochen Schneider (rechts).
Quelle: Reuters, Leon Kügeler

Das Ziel: Schalke retten

Ihre Mission lautet einzig und allein, den Worst Case zu verhindern, das Engagement ist bis zum Saisonende beschränkt. Mit nur 23 Punkten aus 25 Spielen und nur einem Bundesliga-Sieg im Jahr 2019 ist der Vorjahres-Vize in Abstiegsgefahr geraten. So schlecht stand Schalke zuletzt 1983 da, danach ging es in die zweite Liga. Dass der Königsklassen-Starter mit im Schnitt weniger als einem Zähler pro Spiel immerhin noch 14. ist und vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat, liegt einzig und allein an der Schwäche der anderen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. "Wir wissen um unsere Lage und hoffen, dass das auch den Spielern und allen anderen Beteiligten deutlich wird", betonte Stevens und appellierte an die Fans: "Das schaffen wir nur gemeinsam. Wir müssen an einem gleichen Strang ziehen und eine Familie sein!"

Für einen anderen Verein wäre der Schalker "Jahrhundert-Trainer" nicht auf den Platz zurückgekehrt. Seit Juni 2018 gehört er als sportliche Experte dem S04-Aufsichtsrat an. Nun wechselt er noch einmal von der Tribüne in die Kabine. "Wenn der Verein solche Probleme hat und dann auf mich zukommt, dann sage ich natürlich zu, schließlich bin ich ein Blau-Weißer", betonte Stevens.

Die Strategie: Kopf frei kriegen und ein gutes Spiel machen

Mehr als drei Jahre ist es her, seit er zum letzten Mal eine Bundesliga-Mannschaft trainierte. Bei 1899 Hoffenheim – seine siebte Station in der Bundesliga! – hörte er im Frühjahr 2016 aus gesundheitlichen Gründen auf. "Mir geht’s gut", sagte Stevens nun gut gelaunt und fügte augenzwinkernd an: "Ich hoffe, dass es mir in zwei Monaten auch noch gutgehen wird."

Wie er die nach nur einem Bundesliga-Sieg im Jahr 2019 und zuletzt vier Klatschen mit 2:18 Toren verunsicherte Truppe gegen ein Top-Team wie Leipzig wieder auf die Erfolgsspur bringen will, ist Stevens klar. Es sind die einfachen Mittel, die bei einem Ruhrpottklub wie Schalke schon immer zählten. "Wichtig ist, dass wir die Köpfe frei kriegen und ein gutes Spiel machen – und zwar mit den Tugenden, die auf Schalke gefragt sind. Wir wollen auf Schalke eine Mannschaft sehen, die kämpft und Leidenschaft zeigt" erklärte Stevens.

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